Klarheit über Filialschließung
Deutsche Bank gibt Standorte bekannt

Die Deutsche Bank strafft ihr Filialnetz und schließt im kommenden Jahr bundesweit 188 Standorte, darunter 11 ihrer bislang noch 59 Standorte in Bayern. Archivbild: dpa

Immer mehr Bank-Kunden erledigen ihre Bankgeschäfte online: Die Deutsche Bank reagiert und macht ein Viertel der Filialen in Deutschland dicht. Nun steht fest, welche Standorte geschlossen werden.

Frankfurt. Bei der Schließung von Filialen der Deutschen Bank ist das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen am meisten betroffen. Im Laufe des Jahres 2017 sollen in Nordrhein-Westfalen 51 Filialen wegfallen. In Berlin sind es 43 Filialen - darunter 26 der Konzerntochter Berliner Bank. Die Deutsche Bank veröffentlichte am Sonntag im Internet die Liste der betroffenen Standorte, die geschlossen werden - insgesamt sind es 188.

In Hamburg sind 9 Außenstellen betroffen, in Hessen 11, darunter fünf am Sitz der Bank in Frankfurt. In Bayern schließt die Bank 11 ihrer noch 59 Standorte: acht Filialen in München sowie drei in Dachau, Bad Reichenhall und Dillingen. Die Kunden in Dachau würden dann in München betreut, die Bad Reichenhaller in Rosenheim und die Dillinger in Augsburg. In Bayern beschäftigt die Deutsche Bank zurzeit noch 663 Filialmitarbeiter. Das Geschäftsvolumen der Bank im Freistaat beträgt nach ihren Angaben 26 Milliarden Euro.

"Finanzagenturen"


Das Institut hatte im Juni angekündigt, dass gut ein Viertel der Filialen in Deutschland geschlossen werden sollen - die Zahl der Standorte wird von 723 auf 535 verringert. Mit dem neuen Filialnetz reagiert die Deutsche Bank nach eigenen Angaben außerdem darauf, dass immer mehr Kunden Online-Banking nutzen. Immer weniger Menschen nutzten das Angebot, in eine Filiale zu kommen, sagte der Privatkundenvorstand der Deutschen Bank, Christian Sewing, am Sonntag. Von den 188 Filialen, die geschlossen werden, sollten rund 30 an ländlichen Standorten in "Finanzagenturen" umgewandelt werden. Diese sollen demnach einen Großteil des heutigen Beratungsangebots weiter fortführen und über SB-Zonen mit Geldautomaten verfügen.

Sewing bekräftigte, die Deutsche Bank wolle bis 2020 rund 750 Millionen Euro in den Ausbau ihres digitalen Angebots investieren. Außerdem solle es künftig zusätzlich sieben Beratungscenter in Deutschland geben, in denen 360 ausgebildete Bankkaufleute per Video, Chat oder Telefon die Kunden beraten, auch außerhalb der klassischen Banköffnungszeiten. Um trotz des anhaltenden Zinstiefs Erträge zu steigern, will die Deutsche Bank - wie sie bereits mitgeteilt hatte - außerdem verstärkt auf vermögende Kunden setzen. In jeder Filiale soll es künftig Beratung zur Vermögensverwaltung geben. Dafür wird die Zahl der Experten in diesem Bereich aufgestockt.

Insgesamt 3000 Stellen


Insgesamt sollen knapp 3000 Vollzeitstellen wegfallen. Davon sollen etwa 2500 auf das Privat- und Firmenkundengeschäft entfallen. Zudem zieht sich die Bank aus zehn Auslandsmärkten zurück und dampft das Investmentbanking ein. 2015 hatte die Bank auch wegen der Anlaufkosten für den Konzernumbau einen Rekordverlust von 6,8 Milliarden Euro ausgewiesen.
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