Kleiner Preisvorteil mit Heizöl

An den vorigen Winter denkt jetzt nur noch, wer die Endabrechnung für die Heizung bekommt. Die Heizölpreise gingen in der vergangenen Heizperiode wesentlich deutlicher zurück als die Gaspreise. Das schlägt sich auch in den Schlussrechnungen nieder. Archivbild: dpa

Der Sommer hat Einzug gehalten in Deutschland; die Heizperiode ist vor einigen Wochen zu Ende gegangen. Alle Haushalte mussten mehr heizen. Aber nur wer eine Gasheizung hat, muss auch mehr zahlen.

Nach der ersten Hitzewelle dieses Sommers ist die Erinnerung schon verblasst an das ziemlich kühle Frühjahr. Die Monate von Februar bis April waren deutlich kälter als im vergangenen Jahr, ebenso wie bereits der Dezember. "Auch wenn der Winter insgesamt mild war, hat gerade das kühlere Frühjahr den Bedarf an Heizenergie wieder steigen lassen", sagt Florian Krüger vom Internet-Portal Verivox.

Nach den Hochrechnungen der Energie-Experten haben die Haushalte von Anfang Oktober bis Ende Mai sieben Prozent mehr Energie verbraucht als in der Heizperiode zuvor. Das ist ein Durchschnittswert für ganz Deutschland; regional kann das durchaus unterschiedlich aussehen.

Der höhere Energiebedarf bedeutet für die Verbraucher nicht zwangsläufig auch höhere Kosten. Knapp elf Millionen Haushalte, die mit Öl heizen, können sich im Gegenteil auf kräftige Einsparungen einstellen. Der Preis für Heizöl liegt aktuell bei rund 60 Euro für 100 Liter (bei Abnahme von 3000 Litern, inkl. MwSt.) und damit um 20 Euro niedriger als vor einem Jahr. Dieser Preisrutsch setzte bereits im vergangenen Oktober ein. "Am stärksten von den gesunkenen Heizölpreisen profitieren Verbraucher, die im vergangenen Dezember und Januar ihre Tanks befüllt haben", sagt Krüger. Im Durchschnitt war das Heizen mit Öl trotz des gestiegenen Verbrauchs um 16 Prozent günstiger als in der Heizperiode zuvor.

Ganz anders sieht es bei den 19 Millionen Haushalten aus, die mit Gas heizen. Der Gaspreis bewegte sich kaum; der von Verivox errechnete Verbraucherpreisindex für Gas steht aktuell bei 6,39 Cent je Kilowattstunde gegenüber 6,5 Cent vor einem Jahr - ein Rückgang um wenig mehr als ein Prozent. Folglich schlägt der höhere Verbrauch fast ungebremst auf die Kosten durch und verteuert das Heizen mit Gas um sechs Prozent.

Ein Durchschnittsverbraucher (Jahresverbrauch 20 000 Kilowattstunden) mit Gasheizung musste somit in der abgelaufenen Heizperiode 1191 Euro für seinen Brennstoff bezahlen. Wer mit Öl heizte, zahlte im Schnitt nur 1161 Euro und damit 2,5 Prozent weniger als der Gaskunde. "Das ist aber nur eine Momentaufnahme und taugt nicht für eine strategische Investitionsentscheidung", sagt Rainer Wiek vom Energie-Informationsdienst EID in Hamburg. In den vergangenen Jahren war umgekehrt Gas der günstigere Brennstoff.

Gaskunden steht zudem der Weg offen, durch einen Wechsel des Anbieters Kosten zu sparen. Der teuerste Anbieter (Stadtwerke Kiel) ist laut EID um rund ein Drittel teurer als der günstigste (Stadtwerke München). Ein Gaskunde in Deutschland hat die Wahl zwischen 97 Anbietern.
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