"Klimabäume" für den Garten

40 Prozent weniger Wässerung als "normale" Baumarten brauchten in diesem heißen Sommer die besonders robusten Setzlinge. Mit "Bäumen für die Zukunft" experimentiert die Baumschule Garten Punzmann: Die Arten sollen schadlos Dürre, Hitze, Schädlinge und auch scharfen Frost überstehen.

Windischeschenbach . Rund 10 000 Quadratmeter umfasst die "Testfläche" in Menzlhof bei Windischeschenbach (Kreis Neustadt/WN). Unter den fünf Standorten im Freistaat wählte die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim auch die Baumschule Garten Punzmann als Partner für ein Modellprojekt, das im dritten Jahr läuft. Ein Mal jährlich überprüft LWG-Experte Klaus Körber das Wachstum der ausgewählten Baumsorten. "Wir hatten noch keine Ausfälle", freut sich Juniorchef Peter Punzmann. Mit seinem Vater Rainer (61) widmet er sich seit 15 Jahren jenen Gewächsen, die mit den Wetterextremen "gut klarkommen".

"Das Modellprojekt hat unsere bisherigen Erfahrungen bestätigt", sagt Peter Punzmann. "Wenn es weiter zu dieser lang andauernden Hitze und Trockenheit kommt, werden wohl die Weichhölzer Pappel, Weide, Esche und Erle sowie auch die Vogelbeere verschwinden", befürchtet Rainer Punzmann. Unter dem zwischenzeitlich markengeschützten Begriff "Klimabäume" finden sich zahlreiche - zum Teil veredelte - heimische Arten wie der gegen Mehltau resistente Feldahorn und die Säulen-Hainbuche, aber auch der gegen Immissionen widerstandsfähige und seit dem frühen 18. Jahrhundert in Europa heimische Gingkobaum ("kommt mit Streusalz gut zurecht"), der Dreizahn-Ahorn aus Frankreich, der Rot-Ahorn aus Nordamerika (leuchtende Rotfärbung im Herbst) oder der aus dem Mittelmeerraum stammende Amberbaum. Peter Punzmann experimentiert erfolgreich mit "Exoten" wie dem Woll-Apfel aus Japan, der Temperaturschwankungen zwischen plus 40 und minus 40 Grad wegstecke, oder der außerordentlich hitzeresistenten Hopfenbuche, die selbst an den Südhängen des Gardasees gedeihe.

8300 Gehölzarten

Nach Beobachtungen von Rainer Punzmann verschärften sich in den vergangenen Jahrzehnten die Hitze-Extreme und die Trockenheit. Mit den ausgewählten Baumarten wollen Vater und Sohn auf über 500 Metern Meereshöhe testen, ob die fremdländischen Bäume auch dem rauen Klima der Nordoberpfalz - im wahrsten Sinn des Wortes - gewachsen sind.

Mit mehr als 8300 Gehölzarten auf 32 Hektar zählt die Firma Garten Punzmann zu den größten Baumschulen in Bayern. Kunden und Landschaftsgärtner kommen nicht nur aus dem ganzen Freistaat nach Menzlhof, sondern auch aus Österreich und Tschechien.
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