Knöpfe eine runde Sache

Erfolgreich positioniert sich die Knopffabrik Dill mit "Made in Germany" auf den internationalen Absatzmärkten: in der Welt der Knöpfe ("World of buttons"). Bild: privat

Es gibt sie noch, die Knopfindustrie. Die Firma Dill ist einer der wenigen verbliebenen Betriebe einer einst blühenden Branche in Bärnau. Wie schafft es diese Knopffabrik, sich am Weltmarkt gegen die asiatische Billigkonkurrenz zu behaupten?

Bärnau/Weiden. (cf) Mehr als 200 Millionen Knöpfe in 25 000 Varianten fertigt die Knopffabrik Dill auf 10 000 Quadratmetern Produktionsfläche am Standort Bärnau. Über 60 Prozent der Ware gehen in den Export: in 35 Länder rund um den Globus. Hans Dill, der das von seinem Vater 1924 gegründete Unternehmen als geschäftsführender Gesellschafter leitet, nennt beim Wirtschaftsclub Nordoberpfalz die Gründe für das Überleben am Markt: die Nische, hohe Flexibilität, die Fertigungstiefe vom Design bis zur Verpackung und die frühe Internationalisierung.

So beginnen Kleinserien schon ab 10 000 Stück. Bei solchen Mini-Volumina winken die auf Massenfertigung fokussierten Wettbewerber in Fernost ab. Die weltweit 10 000 Kunden von Dill sind die Fachhändler, vom Handarbeitsladen bis zum spezialisierten Online-Shop. Deren Abnehmer wiederum bestehen aus "Leuten, die stricken, nähen, basteln". Hans Dill lässt keinen Zweifel daran, dass gerade im englischsprachigen Raum die Herstellung in Deutschland, das "Made in Germany", als Qualitätssiegel gilt. "So können wir uns auch preislich anders darstellen ..." Schon 1998 gründete Dill eine Vertriebsniederlassung in den USA. Nordamerika ist mit Australien der wichtigste Exportmarkt.

Die Belegschaft schrumpfte von 100 Köpfen in den 1960er Jahren auf heute 40. Dafür finden sich fast ausschließlich Fachkräfte im Unternehmen, etwa Werkzeugmacher und Techniker. Dill lobt die Loyalität und den Fleiß der Beschäftigten. Ein weiterer Standortvorteil sei die Nähe zu Tschechien, wo die Knopffabrik - saisonal begrenzt - in Heimarbeit fertigen lässt. Für die Bärnauer Knopffabrik stellt das östliche Nachbarland inzwischen einen wichtigen Absatzmarkt - bedeutender noch als Österreich - dar.

Auch die in Deutschland hohen Umwelt- und Sozialstandards erweisen sich zunehmend als Vorteil: "Immer mehr internationale Großkunden legen größten Wert auf Nachhaltigkeit." Die Besucher aus aller Welt erfreuen sich nicht zuletzt an der Historie in Bärnau wie im Deutschen Knopfmuseum.

Marienkäfer millionenfach

Das Geschäft mit den Knöpfen unterliegt einer jahreszeitlichen Saison. Dill: "Von September bis Mai geht es bei uns rund, die Sommermonate sind etwas ruhiger." Weil sich die Modetrends in Europa und Übersee oft unterscheiden, ordert Dill bei eigenen und externen Designern. "Weltweit ein Renner", sozusagen ein "Millionen-Seller", ist seit Jahrzehnten der sympathisch-knufflige Marienkäfer-Knopf - als Glücksbringer.
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