Koalition plant Neuregelung von Werkverträgen und Leiharbeit
Merkel schaltet sich in Streit zwischen CSU und SPD ein

Berlin. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will den Koalitionsstreit über eine Neuregelung von Werkverträgen und Leiharbeit rasch beilegen. Sie stehe zu entsprechenden Koalitionsvereinbarungen, sagte sie nach einem Treffen mit dem DGB-Bundesvorstand am Donnerstag in Berlin. Bei dem Gespräch habe sie deutlich gemacht, "dass wir alles daran setzen sollten, die Dinge schnell zu lösen".

Die CSU hatte angekündigt, einen Gesetzentwurf von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) zu Fall bringen oder deutlich ändern zu wollen. SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte dadurch die Handlungsfähigkeit der Regierung infrage gestellt gesehen. Gesprächsbedarf sieht Merkel offenbar bei den Werkverträgen. "Wir haben bei Leiharbeit eine sehr gute Grundlage, dass wir da auch eine Lösung finden", sagte sie. "Bei den Werkverträgen stellen sich die Definitionsfragen noch etwas komplizierter dar", sagte sie aber. Hieran werde mit Nachdruck gearbeitet.

Die Gewerkschaften pochen auf Regelungen gegen den Missbrauch von Werkverträgen und Zeit- oder Leiharbeit etwa zum Lohndumping. Die Arbeitgeber warnen vor einem faktischen Verbot vieler Werkverträge durch die Nahles-Pläne. Mit Werkverträgen vergeben Unternehmen Aufträge an Fremdfirmen.
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