Koffer kostet extra

Wer nur mit Handgepäck reist, kann künftig bei der Lufthansa sparen. Wer einen Koffer aufgeben muss, zahlt allerdings drauf. Bild: Tobias Hase/dpa

Die Lufthansa führt ein neues Preissystem ein. Nach dem Vorbild der Billigflieger will sie sich zusätzliche Leistungen extra bezahlen lassen. Für die Passagiere wird das nicht immer billiger.

Nach dem Vorbild von Billigfliegern wie Ryanair enthält das günstigste Ticket für Lufthansa-Flüge in Europa ab dem 1. Oktober nicht mehr die Leistung, einen Koffer kostenlos aufzugeben. Wer nur mit Handgepäck reist, zahlt künftig 10 Euro weniger als bislang. Andere Tickets werden hingegen im Vergleich zum aktuellen Niveau teurer. Die neuen Tarife "Light", "Classic" und "Flex" sind mit ihren abgestuften Service-Paketen ab heute für jeden Sitz in der Economy-Klasse buchbar, wie die Lufthansa mitteilte.

In allen Tarifen sind Handgepäck, Verpflegung, ein fest zugeteilter Sitzplatz und Prämien-Meilen enthalten. Wer einen Koffer aufgeben will, muss diese Leistung entweder im "Light"-Tarif dazubuchen oder gleich den "Classic"-Tarif wählen, der am ehesten dem bisherigen Angebot entspricht. Weitere Zusatzleistungen sind auch noch nach dem Ticketkauf buchbar. Unverändert bleibt laut Lufthansa der Einstiegspreis von 399 Euro in der Business-Klasse, deren Tickets künftig kostenfrei umgebucht oder storniert werden können. Lufthansa führt das bei konkurrierenden Fluggesellschaften bereits übliche System gemeinsam mit der Tochter Austrian Airlines ein. Andere Konzerngesellschaften wie Swiss, Brussels Airlines und Germanwings haben ähnliche Preismodelle schon seit längerer Zeit.

Tickets teils teurer

Der günstigere Einstiegspreis soll auch dazu führen, dass Lufthansa-Flüge bei Internetsuchmaschinen besser gelistet werden. "Ich gehe davon aus, dass das neue Tarifsystem auch den Online-Verkauf stimulieren wird", hatte Vertriebschef Jens Bischof bereits der "Süddeutschen Zeitung" gesagt.

Die günstigsten Preise gelten demnächst aber nur noch bei Buchungen über die konzerneigenen Vertriebskanäle. Tickets, die jedoch über ein globales Reservierungssystem (GDS) gebucht werden, will Lufthansa ab dem 1. September mit einer Extra-Gebühr von 16 Euro belegen. Bislang werden rund 70 Prozent der Lufthansa-Flüge über GDS gebucht, die stark von Reisebüros und Internetportalen genutzt werden. In der Branche gibt es starken Protest gegen den Gebührenplan der Lufthansa.
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