Kommentar zu Bankgebühren
Das Geld und der Markt: Dauer-Krise hält an

Vor zehn Jahren erschütterte die Finanzkrise die Welt. Ein Erdbeben, deren Wellen wir noch heute in trauriger Regelmäßigkeit zu spüren bekommen. Zum Beispiel, wenn Banken unter den Niedrigstzinsen ächzen. Darlehenszinsen von 4 oder 8 Prozent spülten gutes Geld in die Kassen der Institute. Da waren auch noch Zinsen von 1,5 oder 2 Prozent für die Einlagen der Sparer drin. Aus und vorbei.

Mit ihren Leitzinssenkungen auf 0-Werte haben die Notenbanken Geld quasi verschenkt. Und so die Löcher, die durch die Pleiten von Lehman & Co. gerissen worden waren, mit neuem, günstigeren Geld gestopft. Wie sich zeigt, haben sie damit aber auch neue Löcher aufgerissen, nämlich bei den Banken und Instituten, die im Regelfall noch bis heute versuchen, die Zunft des ehrbaren, korrekten Bankers in Ehren zu halten. Doch Sparkassen und Genossenschaftsbanken müssen mittlerweile jeden Cent zwei Mal umdrehen. Die Suche nach neuen Einnahmen mündet zum Teil in groteske Lösungen: Zuerst tragen Kunden ihr Geld zur Bank, zahlen für die Verwahrung und später erneut, wenn sie es wieder holen wollen. Wer für jeden Handgriff Extra-Gebühren verlangt, wird sich auf Dauer am Markt nicht halten können. Auf lange Sicht dürften sich wohl Pauschal-Modelle durchsetzen.

Solche Probleme löst der Markt ganz gut, notfalls mit einem Schubs vom Gesetzgeber. Nur beim Einziehen von Leitplanken gegen ausufernden Finanzkapitalismus hat das noch nicht recht geklappt. Die Krise - sie ist immer noch da.

alexander.raedle@oberpfalzmedien.de
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