Kompetenzlücken im Bachelorstudium
Hintergrund

Weiden. (sbü) Die Hochschulen in der Oberpfalz haben längst den Bologna-Prozess umgesetzt. Wer studiert, erwirbt zunächst den Bachelor-Abschluss. Damit soll der Sprung ins Berufsleben direkt möglich sein. Wer das nicht sofort will, kann zusätzlich das Masterstudium absolvieren. Ob die Wirtschaft mit den Bachelor-Absolventen zufrieden ist, untersuchte die Firma Peringio im Auftrag der IHK Regensburg.

Die Befragung unter der Überschrift "Bachelorabsolventen im Unternehmen - ihre Erfahrungen beim Berufseinstieg" stellte Yasmin Balzereit bei einer IHK-Veranstaltung in der Max-Reger-Halle (Weiden) als "Werkstattbericht" vor. Die Antworten streuten sehr breit in 16 Themenfeldern. Noch am häufigsten wurde als Defizit "breites Wissen aus den Fachdisziplinen" von 13 Prozent der Unternehmen genannt. Jeweils 11 Prozent sehen Verbesserungsbedarf in den "analytischen Fähigkeiten und dem Beurteilungsvermögen, dem systematisch-methodischen Vorgehen und der Kommunikationsfähigkeit und Sprachgewandtheit".

Dazu sagt Balzereit: "Hochschulen und Unternehmen sind beim Kompetenzaufbau gefordert." Ergänzend dazu wurde gefragt, wie die Unternehmen die Kompetenzlücken abbauen würden. "Individuelles Training On The Job" war in fast jeder zweiten Antwort angekreuzt. Weiterbildungsangebote, innerbetriebliche Schulungen und computerunterstützte Trainings waren weitere Nennungen dazu. Allerdings haben nur 18 Prozent der Unternehmen ein systematisches Einarbeitungskonzept speziell für Bachelor-Absolventen. Mehr als die Hälfte der Betriebe sieht "die Hochschulen beim Abbau der Defizite gefordert".

Unter Hinweis auf die 8000 verschiedenen Bachelor-Studiengänge berichtete Yasmin Balzereit, dass 51 Prozent der Antworten eine "mangelnde Übersichtlichkeit der Abschlüsse und Studieninhalte" kritisierten. Sehr positiv wurde von 50 Prozent das duale Studienangebot bewertet.
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