Konzern Midea plant Übernahme von mindestens 30 Prozent der Anteile
Chinesen wollen Kuka kaufen

Kuka baut unter anderem Roboter für die Industrie. Archivbild: dpa

Augsburg. Der chinesische Haushaltsgerätehersteller Midea will den deutschen Roboter- und Anlagenbauer Kuka übernehmen. Die Chinesen, die bereits mehr als zehn Prozent der Aktien des Augsburger Maschinen- und Anlagenbauers halten, bieten den übrigen Aktionären 115 Euro je Kuka-Anteil. Das teilte Midea am Mittwoch mit. Damit wird das Unternehmen mit insgesamt rund 4,6 Milliarden Euro bewertet. Midea will sich mit dem Gebot mindestens 30 Prozent der Kuka-Anteile sichern. Wird diese Schwelle verfehlt, gilt das Angebot nicht.

Kuka kündigte an, das Angebot zu prüfen. Ein Sprecher des Maschinenbaukonzerns Voith teilte mit, die Meldung habe man zur Kenntnis genommen. Das Familienunternehmen aus Heidenheim (Baden-Württemberg) hält knapp mehr als 25 Prozent an Kuka und kann damit wichtige Entscheidungen auf der Hauptversammlung blockieren.

Automatisierung


Midea (rund 108 000 Mitarbeiter) hat es auf die Stärke des deutschen Herstellers in der Automatisierung von Produktionsprozessen abgesehen. Midea bietet einen Zugang zum wichtigen chinesischen Markt, auf dem Kuka seit einiger Zeit versucht, weiter zu wachsen. Der chinesische Konzern machte 2015 einen Umsatz von umgerechnet knapp 19 Milliarden Euro und einen Gewinn von rund 1,7 Milliarden Euro. Kuka mit rund 12 000 Mitarbeitern weltweit gehört zu den führenden Herstellern von Industrierobotern und beliefert eine Vielzahl von Autobauern. Das Unternehmen gilt seit längerem als begehrtes Übernahmeziel, auch der Name Midea ist seit einiger Zeit im Gespräch. Um seine Herstellung weiter zu automatisieren, ging Midea 2015 eine Kooperation mit dem japanischen Roboterbauer Yaskawa Electric ein. Während in China auf 10 000 Arbeiter gerade mal 36 Roboter kommen, sind es in Deutschland 292 und in Südkorea sogar 478.

Zusagen an Belegschaft


Die komplette Herrschaft wollen die Chinesen bei Kuka nach eigenen Angaben aber nicht übernehmen. So solle kein Gewinnabführungsvertrag geschlossen werden, Kuka solle an der Börse notiert und unabhängig bleiben. Auch das Management solle seine Jobs behalten. "Wir streben eine Vertretung im Aufsichtsrat an, die unsere Beteiligung am Unternehmen entsprechend widerspiegelt", sagte Midea-Chef Paul Fang. Auch der Belegschaft wolle man Zusagen machen. "Wir sind bereit, in dieser Hinsicht konkrete Zusagen hinsichtlich der Mitarbeiterbeschäftigung, der Firmen-Marken und des geistigen Eigentums einzugehen", sagte Fang.
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