Konzern muss Plan für Rückruf in Vereinigten Staaten vorlegen - Aufsichtsrat berät über ...
US-Behörde droht VW: Fahrverbote möglich

Bei der Aufklärung des Abgas-Skandals steigt der Druck auf Volkswagen. Die kalifornische Umweltbehörde CARB drohte mit "drakonischen Strafen" bis hin zu Fahrverboten, sollte VW keinen akzeptablen Plan zur Beseitigung der Manipulationen vorlegen.

VW muss bis heute den US-Behörden Vorschläge für einen Rückruf von knapp 500 000 Diesel-Fahrzeugen unterbreiten, in denen die Manipulations-Software installiert wurde. Die Behörden haben dann 20 Geschäftstage Zeit, den Plan zu prüfen. Die US-Umweltbehörden hatten die Affäre Mitte September ins Rollen gebracht. Auch zwei Monate danach ist aber immer noch unklar, wer bei VW wann von den Manipulationen wusste. Wie das "Handelsblatt" und das ZDF-Magazin "Frontal21" berichteten, räumten Vertreter des Autobauers am 19. August in Gesprächen mit der kalifornischen Umweltbehörde CARB Unregelmäßigkeiten bei Programmen für die Motorsteuerung ein. Ein Konzernsprecher sagte dazu, der Vorstand habe - wie bereits bekannt - von den Problemen früher gewusst. Es sei aber nicht bekannt gewesen, dass es sich um Manipulationen gehandelt habe. Es habe über die Abgasprobleme monatelang Gespräche mit den Behörden in den USA gegeben. Diese seien von VW-Technikern geführt worden. Es habe darüber auch im August Gespräche mit der CARB gegeben. VW hatte die Vorwürfe der US-Behörden am 18. September eingeräumt. Die Finanzaufsicht Bafin prüft derzeit, ob der Konzern zu spät über die Manipulationen informiert hat.

Zur Nachbesserung der manipulierten Dieselmotoren mit 1,6-Liter Hubraum muss Volkswagen möglicherweise weniger Geld einplanen als befürchtet. Nach einem Bericht der "Wirtschaftswoche" können die Schadstoffemissionen durch ein Software-Update sowie den Einbau eines etwa zehn Euro teueren Sensors im Luftfilter behoben werden. Die Lösung werde derzeit vom Kraftfahrtbundesamt (KBA) überprüft. Dazu hieß es von VW, die Gespräche mit dem KBA liefen noch. Heute trifft sich in Wolfsburg erneut der VW-Aufsichtsrat. Dort geht es unter anderem um die Investitionsplanung für die kommenden Jahre.
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