Kostenlose Retouren bleiben

Innerhalb von wenigen Jahren ist Zalando zu einem der größten Anbieter im europäischen Internet-Handel geworden. Im Bild die Firmengründer und Vorstände Robert Gentz (links) und David Schneider (rechts), sowie Vorstand Rubin Ritter bei der Hauptversammlung am Dienstag. Bild: dpa

Der Modehändler Zalando stand nach dem Börsengang im vergangenen Jahr zum ersten Mal seinen Aktionären Rede und Antwort. Die oft unerbittlichen Aktionärsvertreter zeigten sich zufrieden, forderten aber mehr Transparenz ein.

Der Online-Modehändler Zalando will an kostenlosen Rücksendungen festhalten. "Wir sehen Retouren als Teil des Geschäftsmodells", sagte Vorstandsmitglied Rubin Ritter bei der Hauptversammlung am Dienstag in Berlin. Gratis-Rücksendungen verursachten zwar Kosten, sie seien aber wichtig für die Kundenzufriedenheit. Die Rücksendequote bei Zalando liegt bei rund 50 Prozent gemessen am Umsatz. Bei Versuchen habe sich gezeigt, dass Kunden weniger kauften, wenn man ihnen Retouren erschwere, sagte Ritter. Dabei gibt es Unterschiede zwischen einzelnen Ländern. Deutschland gehöre zu den Märkten, in denen die Kunden die kostenlosen Retouren "sehr schätzen" - und viel zurückschicken. In Italien hingegen sei der Anteil niedriger. Nach dem Börsengang war es die erste öffentliche Hauptversammlung von Zalando. Die Aktie war im Oktober schwach gestartet und unter den Ausgabepreis von 21,50 Euro gerutscht. Inzwischen können die Anteilseigner zufrieden sein: Der Kurs liegt bei rund 30 Euro. Im vergangenen Jahr gelang dem Berliner Unternehmen zudem der Sprung in die schwarzen Zahlen. Die oft sehr kritischen Kleinaktionärs-Vertreter gaben sich entsprechend versöhnlich. Zugleich störten sie sich vor allem an zwei Punkten: der Entscheidung, die Bezüge der Vorstände nicht einzeln auszuweisen, und der fehlenden Zusage einer Dividende.

Hans-Martin Buhlmann (Vereinigung Institutionelle Privatanleger) verwies darauf, dass dem Vorstand neben der Vergütung von 600 000 Euro im vergangenen Jahr auch Aktienoptionen im Wert von 130 Millionen Euro zustünden. Er rechnete auch vor, dass Zalando beim derzeitigen Wachstumstempo in wenigen Jahren auf einen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von einer halben Milliarde Euro kommen könnte. Er forderte deswegen die Aussicht auf eine Dividende ein. Auch nach dem Börsengang halten die Alt-Aktionäre noch rund drei Viertel des Kapitals. Größter Anteilseigner ist die schwedische Investment-Gesellschaft Kinnevik, gefolgt von den Brüdern Samwer und dem dänischen Modeunternehmer Anders Holch Povlsen.
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