Kraftfahrtbundesamt übt eigene Abgaskontrollen mit neuer Prüftechnik
Unangekündigte „Doping-Tests“

Mit unangekündigten Abgas-Tests will Verkehrsminister Alexander Dobrindt gegen Manipulationen vorgehen. Derzeit gibt es Testfahrten mit den mobilen Messanlagen. Bild: dpa

Berlin/Flensburg. Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) hat Technik für Kontrollen im Zuge des VW-Abgas-Skandals angeschafft. Die Mitarbeiter würden derzeit an zwei mobilen Mess- und Prüfanlagen geschult, teilte das Bundesverkehrsministerium in Berlin mit. Auch staatliche Testfahrten werden demnach bereits unternommen. "Damit ist der Weg für ,Doping-Tests" frei', erklärte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Die Flensburger Behörde soll sie noch im Herbst regulär einsetzen können. Mit den unangekündigten Tests will Dobrindt zufällig ausgewählte Fahrzeuge aus dem Verkehr ziehen und überprüfen lassen - um Manipulationen besser und schneller auf die Schliche zu kommen. Die "Pems"-Geräte (Portable Emission Measurement System) untersuchen die Abgasanlagen im normalen Betrieb auf der Straße und gelten als genauer als die Laborwerte. Wie im Fall von Volkswagen entsprechen diese häufig nicht den realen Fahrbedingungen.

Außer für die "Doping-Tests" sollen die staatlichen Prüfstände bei Zweifeln an der Zulässigkeit von Motorschutzeinrichtungen eingesetzt werden. Unter anderem soll der CO2-Ausstoß bei 30 Dieselmodellen geklärt werden, die bei Messungen aufgefallen waren. Auch bei Typgenehmigungen sollen sie helfen. Bisher nutzte das KBA für Nachmessungen Einrichtungen von Dienstleistern wie Tüv und Dekra. Experten hatten jedoch mögliche Abhängigkeiten zwischen ihnen und Herstellern kritisiert. Im Zuge der Abgas-Affäre hatte Dobrindt Autohersteller dazu verpflichtet, ihre Motorensoftware dem KBA vorzulegen, um unzulässige Abschalteeinrichtungen zu erkennen. Das KBA soll außerdem ein eigenes Labor mit Prüfständen bekommen.
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