Kreditbestände auf Rekordhoch
Zinstief beflügelt Kauf auf Pump

Frankfurt. In Zeiten niedriger Kreditzinsen kaufen Verbraucher und Unternehmen zunehmend auf Pump. Die auf Kreditgeschäft spezialisierten Banken in Deutschland vergaben 2016 neue Kredite im Volumen von 141,3 Milliarden Euro. Das teilte der Bankenfachverband am Donnerstag in Frankfurt mit. Das war ein Plus von 9,2 Prozent zum Vorjahr. Der Kreditbestand erreichte zum Jahresende mit 172,5 (Vorjahr: 159,3) Milliarden Euro einen Höchstwert. Jeder zweite Euro, den die Institute an Privat- und Firmenkunden verleihen, fließt in die Finanzierung eines Kraftfahrzeugs - vor allem in den Kauf gebrauchter Autos. Das Ausfallrisiko sei insgesamt gering: 98 Prozent aller Konsumentenkredite würden ordnungsgemäß bedient.

Immer mehr Verbraucher besorgen sich ihr Darlehen über das Internet, inzwischen wird jeder vierte Kredit auf diesem Weg angebahnt. Zum Abschluss muss der Kunde aber oft noch Papier ausdrucken und den Vertrag unterzeichnen. Das stehe im Widerspruch zur zunehmenden Digitalisierung, kritisierte Verbandschef Jan W. Wagner. "Die Zeit ist reif für einen digitalen Kreditvertrag."
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