Kritik aus Opposition und Wirtschaft: "Kosten der Energiewende nicht im Griff"
Kohle verteuert Wind und Sonne

Die Industrie und die Grünen machen Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) für steigende Kosten bei der Energiewende verantwortlich. Industrie-Präsident Ulrich Grillo warf Gabriel wegen des Anstiegs der Ökostrom-Umlage auf Rekordhöhe vor, dessen versprochene Kostenbremse sei "Wunschdenken" gewesen. "Die hohe Belastung des Produktionsfaktors Strom gefährdet unsere Industrien", sagte Grillo.

Die Folgen für die Strompreise sind offen. Würden die Stromkonzerne zuletzt gefallene Börsenstrompreise voll an ihre Kunden weitergeben, wären sogar sinkende Preise denkbar. 2014 war die EEG-Umlage, die etwa ein Viertel des Strompreises ausmacht, sogar noch erstmals zurückgegangen. Gabriel wehrte sich gegen die Kritik. "Ein Blick auf die vergangenen Jahre zeigt, dass es uns gelungen ist, die EEG-Umlage zu stabilisieren und den durchschnittlichen Haushaltsstrompreis sogar leicht zu senken", sagte er. Laut Netzbetreiber werden 2016 für den Ausbau der Erneuerbaren 22,88 Milliarden Euro auf Verbraucher abgewälzt. Diesen riet er zu Preisvergleichen und häufigerem Wechsel ihres Anbieters.

Die Energie-Expertin der Grünen, Julia Verlinden, meinte, der Anstieg der Umlage wäre vermeidbar gewesen. "Er kommt hauptsächlich daher, dass Wirtschaftsminister Gabriel es nicht geschafft hat, die Überflutung des Strommarktes mit schmutzigem Kohlestrom einzudämmen." Durch eine größere Menge an Kohlestrom komme es zu einem Überangebot und zu sinkenden Börsenpreisen. Die Differenz gleicht die Umlage aus - wegen der auf 20 Jahre garantierten, festen Vergütung für die Betreiber von Ökostrom-Anlagen.
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