Kühles Wetter 2015 Grund für Steigerung
Deutschland verbraucht mehr Energie

2015 wuchs der Anteil des in Wind-, Solar-, Wasser- und Bioenergiekraftwerken produzierten Stroms am gesamten deutschen Verbrauch auf fast ein Drittel. Archivbild: dpa

Köln/Berlin. 2015 hatte frostig begonnen: Dies hat den deutschen Energieverbrauch im vergangenen Jahr leicht in die Höhe getrieben. Er legte um 1,3 Prozent auf 455 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten (SKE) zu, teilte die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen in Köln mit.

"Im mehrjährigen Vergleich bewegt sich der Energieverbrauch auf niedrigem Niveau", schränkte Geschäftsführer Uwe Maaßen aber ein. Energie werde immer effizienter eingesetzt, erklärte er. Deshalb hätten sich das Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent und der Zuzug von rund einer Million Menschen kaum auf den Verbrauch ausgewirkt. Maaßen erwartet aber, dass die wachsende Bevölkerung den Trend zu weniger Energiekonsum bremsen könnte. Es sei nicht absehbar, wie viele Flüchtlinge 2016 nach Deutschland kommen und wie viele bleiben würden. "Diese Menschen brauchen zunächst Wohnung und Heizung, aber irgendwann fahren sie auch mit dem Auto", sagte er.

Im gesamten Energiemix waren die erneuerbaren Energien mit einem Plus von 10,5 Prozent 2015 der größte Gewinner. Ihr Anteil am Verbrauch betrug 12,6 Prozent, nach 11,5 Prozent im Vorjahr. Die wichtigsten Energieträger blieben Mineralöl (33,8 Prozent) und Erdgas (21,0 Prozent). Der Verbrauch von Steinkohle und Braunkohle veränderte sich nur wenig; sie trugen zusammen rund ein Viertel des Verbrauchs. Mit 647 Terawattstunden wurde mehr Strom erzeugt als je zuvor. Allein die Windkraft kam gegenüber dem Vorjahr auf ein Plus von 50 Prozent. 2015 war ein sehr gutes "Windjahr", zudem gingen mehrere Offshore-Parks ans Netz. Und auch an Land wurden die Kapazitäten ausgebaut.

Im Verbrauch stammte 32,5 Prozent aus Wind-, Solar-, Wasser- oder Bioenergiekraftwerken. Das geht aus Berechnungen der Berliner Energie-Denkfabrik Agora hervor. 2014 hatten die Erneuerbaren noch einen Anteil von 27,4 Prozent. So hat Europas größte Volkswirtschaft trotz der Stilllegung von Atomkraftwerken Strom im Überfluss. Die Erzeugung aus Kernenergie ging um 5,8 Prozent zurück, der Beitrag zur gesamten Energieversorgung verringerte sich hier auf 7,5 Prozent. Insgesamt erzeugten die Kraftwerke weit mehr Strom, als gebraucht wurde. Knapp ein Zehntel des in Deutschland produzierten Stroms wurde ins Ausland verkauft.
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