"Langfristige Anleger ohne Probleme" - Börsenexperte sieht sinkenden Ölpreis als ...
Bittere Wochen an den Aktienmärkten

Der Dax hat den Boden noch nicht gefunden. Uns stehen noch unruhige Wochen bevor.
Weiden/Amberg. (cf) Seit Wochen kennen die Börsen nur eine Richtung: steil abwärts. Seit dem 11. August verlor der deutsche Leitindex Dax fast 20 Prozent. Mit dem mehrfach ausgezeichneten Fondsmanager Robert Beer aus Parkstein (Kreis Neustadt/WN) sprach Clemens Fütterer.

Schlafen Sie gut?

Robert Beer (lacht): Ja, ganz passabel. Aber man muss derzeit schon aufpassen und vorsichtig sein.

Handelt es sich bei den Kursstürzen weltweit an den Börsen nur um Übertreibungen und eine vorübergehende Erscheinung?

Beer: Es ist so viel vagabundierendes Kapital wie noch nie rund um den Globus unterwegs. Gerade die großen Investment-Gesellschaften bringen Bewegung in die Börsen rein: Um die privaten Anleger ins Bockshorn zu jagen, verbreiten sie Angst, um bei gesunkenen Kursen wieder günstig kaufen zu können. Dies sollte man nicht unterschätzen.

Die momentane Korrektur fällt kräftig aus, aber der Dax ist auch ordentlich gestiegen. Ich meine, fast zu stark. Langfristige Anleger haben mit den Rückgängen keine Probleme. Aber für jene Anleger, die kurzfristig oder zu spät eingestiegen sind, ist die derzeitige Schwächephase echt bitter. Der Dax hat den Boden noch nicht gefunden. Uns stehen noch unruhige Wochen bevor.

Der Sinkflug des chinesischen Aktienmarkts hat den weltweiten Crash ausgelöst ...

Beer: Die am heillos überzogenen chinesischen Markt angesammelte heiße Luft ist noch nicht ganz raus. Auch am Devisenmarkt ist enorm viel in Bewegung: Die Mehrheit der Anleger - die Masse liegt immer falsch - hat auf einen weiter sinkenden Kurs des Euro gegenüber dem Dollar gesetzt. Die jetzige Gegenbewegung erwischt sie auf dem falschen Fuß. Man muss auch sehen, dass der Euro von 1,60 gegenüber dem Dollar kommt; er war schon unten bei 1,05 und pendelt jetzt um 1,15. Ich sehe den Euro-Kurs zum Dollar mittelfristig bei etwa 1,20.

Zu diesen Turbulenzen kommt der stark gefallene Ölpreis, der immer als Vorbote einer weltweiten Konjunkturflaute gesehen wird. Es herrscht ein riesiges Überangebot an Öl. Ich bin überzeugt, dass der Ölpreis in sechs Monaten als wirtschaftlicher Segen empfunden wird.

Was müssen die Anleger tun?

Beer: Die langfristig orientierten Anleger brauchen sich keine Sorgen zu machen. Sie sollten eher eine Flasche Wein öffnen und ihn genießen.
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