Letztes Aufgebot im Dschungelcamp

Zum Dschungelcamp schreibt ein Leser:

Wer uns mit der Behauptung, das RTL-Camp sei ein richtiges Dschungelcamp veräppelt, behauptet sicher auch, die Erde sei eine Scheibe. Zu diesem "Camp" führt eine Teerstraße, in weniger als 100 bis 200 Metern beginnen die Weiden der Farmer, die nächsten landwirtschaftlichen Gebäude finden wir im Umkreis von 500 Metern. Diese künstlich aufgebaute Bühne wird in der Zwischenzeit auch von britischen Fernsehsendern genutzt.

Um die Drehkosten von 30 Millionen Euro zu kompensieren, dürfen die Zuschauer - meist Menschen mit niedrigem Bildungsstand und wenig Geld in der Tasche - beim Sender kostenpflichtig mitentscheiden. Dabei haben sie grundsätzlich nicht verstanden, dass die privaten Sender Betriebe zur Herstellung von Zuschauern sind, die man an die Werbung mit hohem Gewinn verkaufen kann. Fairerweise muss man zugeben, dass niemand mit Gewalt gezwungen wird, sich diese Perversität anzusehen, ganz im Gegensatz zu den öffentlich-rechtlichen Sendern presst RTL den Menschen kein Geld ab.

Kannte man von früheren Staffeln noch einige Kandidaten, so ist dieses Mal wirklich das letzte Aufgebot angetreten, das von RTL in den Quotenkrieg geworfen wird. Es sind die Gescheiterten, die Möchtegernstars und vor allem die finanziell Blanken. Für ein paar tausend Euro lassen sie sich erniedrigen und entwürdigen. Sie transportieren damit die Mär vom Erfolg durch bedingungslose Unterwerfung an das Publikum.

Horst Carstiuc,92224 Amberg
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