Licht, Lärm und moderne Technik

Die Nacht verschluckt sie: Vergleichsweise oft schlagen Einbrecher in der Dunkelheit zu. Bild: hfz

Alle zwei Minuten wird in Deutschland irgendwo eingebrochen. Jeder kann betroffen sein. Und im Herbst und Winter sind Einbrüche sogar doppelt so häufig wie im Sommer. Wie kann man sich schützen?

Die Dämmerung macht Einbrecher unsichtbar. Zumindest ereigneten sich fast zwei Drittel der rund 150 000 Wohnungseinbrüche im Jahr 2013 am späten Nachmittag, abends oder nachts. Zwischen 16 und 17 Uhr sind Einbrüche nach Informationen der Organisation Geld und Verbraucher (GVI) am häufigsten - in jener Zeit, in der es im Winter schon dunkel ist, aber viele Berufstätige noch im Büro sitzen. Hier ein paar Tipps zur Prävention:

Licht machen: Einbrecher werden abgeschreckt, wenn man ihnen den Schutz der Dunkelheit nimmt. Bewegungsmelder an Leuchten am Hauseingang, Gartenweg und Kellerabgang enttarnen die Kriminellen. Aber man muss mit allen Tricks rechnen. Die Brancheninitiative Elektro+ rät daher, darauf zu achten, ob Bewegungsmelder im Außenbereich womöglich manipuliert wurden.

Lärm machen: Nichts ist abschreckender als eine Alarmanlage, die den Einbrecher auf frischer Tat ertappt. Aber fast noch besser sind die vermeintlichen Geräusche anwesender Bewohner. Warum? Einbrecher sind gerne alleine im Haus. Daher rät die Initiative "Nicht bei mir!", die unter anderem von der Polizeilichen Kriminalitätsprävention der Länder und des Bundes getragen wird, mit Zeitschaltuhren immer wieder Räume zu beleuchten oder das Radio anzumachen. Wer in den Urlaub fährt, sollte den Briefkasten regelmäßig leeren und die Rollläden hoch- und runterziehen lassen. Das Garagentor schließt man am besten, wenn man mit dem Auto unterwegs ist.

Keine Hinweise geben: Wer in den Urlaub fährt, sollte das nicht allzu sehr publik zu machen. Dazu gehört laut dem IT-Verband Bitkom, keine Infos über soziale Netzwerke zu verbreiten. Checken sollte man vor der Abreise bereits, dass die automatische Standortübermittlung bei einem Posting deaktiviert ist. Sie kann Kriminellen ebenfalls einen Hinweis liefern, wo eine Wohnung leer steht und ein Einbruch daher gefahrlos möglich ist. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) rät außerdem, die Zeitung abzubestellen, den Anrufbeantworter nicht zu besprechen und blicksichere Kofferschilder zu verwenden. Einbrecher könnten am Flughafen die Adresse ablesen.

Sicherheitstechnik nutzen: Es kostet natürlich Geld, sein Haus mit einbruchshemmenden Türen und Fenstern auszustatten. Aber: Den wirkungsvollsten Schutz biete nun mal die richtige Sicherheitstechnik, erklärt die Initiative "Nicht bei mir!". Fast 40 Prozent aller Einbruchsversuche scheiterten daran.

Wie widerstandsfähig Türen und Fenster sind, zeigen Klassen an: RC 2 empfiehlt die Polizei, RC 6 ist das Maximum. Auch Rollläden haben diese Angaben. Die Möglichkeiten sind vielfältig: Schlösser haben etwa geschützte Profilzylinder, zusätzliche Zylinderabdeckungen, verlängerte Schließbleche, Einsteckschlösser und Hintergreifhaken. Die polizeilichen Beratungsstellen geben hierzu Auskunft. Aber nicht nur die Haupttüren und Fenster im Erdgeschoss müssen gesichert sein, auch Nebeneingänge und Zugänge zum Keller, Lichtschächte und sämtliche Fenster - auch die in höheren Etagen. Leitern, Mülltonnen und sogar Gartenstühle könnten eine Kletterhilfe sein.

Fenster schließen: Natürlich hilft die tollste Technik nichts, wenn die Bewohner einfachste Regeln nicht beachten: Wer die Wohnung oder das Haus verlässt, sollte alle Fenster schließen und die Türen nicht nur ins Schloss fallen lassen, sondern absperren. Laut den Experten kann sonst auch der Versicherungsschutz erlöschen. Auch sollten keine Schlüssel im Freien deponiert werden - Einbrecher suchen danach.

Für den Fall der Fälle: Kommt es doch zu einem Einbruch, sollten Hausbesitzer wissen, was gestohlen wurde. Darauf sollte jeder vorbereitet sein: Am besten wird eine Inventarliste erstellt, sagt Siegfried Karle von der Verbraucherorganisation Geld und Verbraucher. Die Liste sollte regelmäßig aktualisiert und ergänzt werden. Die Initiative "Nicht bei mir!" rät, Bezeichnung, Hersteller und Marke, Registernummer, individuelle Merkmale, Neuwert sowie das Kaufdatum zu notieren und die Gegenstände zu fotografieren. Diese Inventarliste wird am besten bei Verwandten, Freunden oder in einem Bankschließfach aufbewahrt.

Polizei benachrichtigen: Betroffene müssen nach einem Einbruch die Polizei rufen. Um Einbruchschäden ersetzt zu bekommen, verlangen Versicherungen die Meldung bei der Polizei, erklärt Karle. Er rät außerdem, beim Abschluss einer Hausratversicherung auf Details wie den Unterversicherungsverzicht und auf eine dem Hausrat entsprechend hohe Versicherungssumme zu achten.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de/einbruch
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