Lokführer-Gewerkschaft erklärt Tarifrunde für gescheitert
Bei der Bahn drohen Streiks

"Dieser Betrieb wird bestreikt!" wird es bald wieder bei der Bahn heißen. Wann es so weit sein wird, ließ die GDL noch offen. Archivbild: dpa
Bei der Bahn drohen schon in der nächsten Woche Streiks der Lokführer. Ihre Gewerkschaft GDL erklärte am Freitag die Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn für gescheitert. "Ich gehe davon aus, dass wir sehr zeitnah in die Arbeitskämpfe eintreten werden", kündigte GDL-Chef Claus Weselsky nach den Verhandlungen in Frankfurt an. Einen genauen Termin oder eine voraussichtliche Dauer für die dann fünfte Streikrunde nannte er nicht. Man werde die Öffentlichkeit rechtzeitig informieren. Die GDL hat im Konflikt um die Arbeitsbedingungen des Zugpersonals im vergangenen Jahr bereits viermal ihre Mitglieder zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen und den Bahnverkehr in Deutschland in großen Teilen lahmgelegt.

Weselsky sprach von einer Provokation, weil die Bahn zuvor von einer Annäherung gesprochen hatte. Eine Bahnsprecherin sagte dazu: "Wir haben ein sehr konkretes und seriöses Angebotspaket vorgelegt." Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber hatte zuvor von guten Fortschritten bei den Verhandlungen berichtet. Man sei sich in vielen Punkten nähergekommen, sagte er nach den Verhandlungen. Die Bahn habe ein entsprechendes Angebot vorgelegt, das nun von der GDL geprüft werde: "Ich sehe im Moment überhaupt keinen Anlass für Streiks." Die für den 27. April geplante Verhandlungsrunde in Frankfurt ist nun hinfällig.

Die GDL strebt für ihre Mitglieder im Zugpersonal eigene Tarifverträge an. Bislang hatte die Gewerkschaft nur für Lokführer Abschlüsse vereinbart. Die GDL verlangt fünf Prozent mehr Geld und eine Stunde weniger Arbeitszeit pro Woche. Die Verhandlung am Freitag sei am Knackpunkt der Rangier-Lokführer gescheitert, die von der Bahn niedriger eingestuft werden sollten als ihre Kollegen auf der Strecke. Ein zweites Berufsbild als "billiger Jakob" sei mit der GDL nicht zu machen, sagte Weselsky. Parallel verhandelt die Bahn zudem mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG über neue Tarife für deren Mitglieder.
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