Lokführer-Streik: Logistikbranche rechnet mit Engpässen bei Kraftstoffen
Sorge um Versorgung

Falls die Güterwaggons der Bahn länger auf dem Abstellgleis stehen, hat das Auswirkungen auf die Wirtschaft in Deutschland. Bild: dpa
Die Logistikbranche rechnet angesichts des Rekordstreiks bei der Deutschen Bahn mit Engpässen bei der Kraftstoffversorgung und Produktionsausfällen in der Auto-, Stahl-, und Chemiebranche. Bei der Kraftstoffversorgung "wird es aus meiner Sicht auf jeden Fall Engpässe geben, zumal ja auch das Aufkommen im Individualverkehr erhöht sein wird", sagte Gunnar Gburek vom Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik. Raffinerien hätten Probleme, die Tankstellen zu beliefern. Gburek rechne mit Engpässen "spätestens Sonntag oder Montag".

Besonders hart werde der Ausstand die Auto-, Stahl-, und Chemiebranche treffen. Es werde "auf jeden Fall Produktionsausfälle" geben. Wenn die Logistikkette ins Stocken gerate, werde es bis Mitte der kommenden Woche dauern, bis sich die Abläufe wieder normalisiert hätten.

"Noch keine Engpässe"

Der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) teilte mit, die Branche wolle die Versorgung mit Benzin und Diesel sicherstellen. "Die Belieferung der Tankstellen mit Kraftstoffen stellt auf jeden Fall eine logistische Herausforderung für unsere Unternehmen dar", sagte ein Sprecher des Verbands. Bislang sei es jedoch noch nicht zu Engpässen gekommen.

"Die Unternehmen haben verschiedene Maßnahmen, die in der Kürze der Zeit möglich waren, zur Sicherstellung der Versorgung eingeleitet. Dazu zählt die verstärkte Nutzung von Straßentransporten und von Privatbahnen."

Die Bahn befindet sich im längsten Streik ihrer 20-jährigen Geschichte. Der Streik im Güterverkehr hatte am Mittwochnachmittag begonnen. Seit Donnerstag 2 Uhr sind auch Fern- und Regionalzüge sowie S-Bahnen von dem Ausstand betroffen. Reisende können sich über den Ersatzfahrplan der Bahn im Internet unter www.bahn.de/liveauskunft informieren. Hier finden sich alle Züge, die in den nächsten zwölf Stunden fahren. Informationen zum Streik gibt es per Telefon unter der kostenlosen Nummer 080000/996633.

Laut Bahn sind wegen des Lokführerstreiks zwei Drittel der Fernzüge ausgefallen. Größere Einschränkungen gebe es aber teilweise im Regionalverkehr. Die Wettbewerber der Bahn sind von dem Ausstand der Lokführer nicht betroffen.
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