Lokführer streiken länger als 40 Stunden

Die GDL hat ihre Ankündigung wahrgemacht. Sie ruft im Tarifkonflikt mit der Bahn wieder zum Streik auf. Er beginnt im Güterverkehr und wird am Mittwoch auf den Personenverkehr ausgedehnt.

Die Lokführer treten wieder bundesweit in den Streik. Im Personenverkehr wollen sie am Mittwoch und Donnerstag die Arbeit niederlegen. Im Güterverkehr soll der Streik bereits heute um 15 Uhr beginnen und bis Freitagmorgen 9 Uhr dauern. Das teilte die Lokomotivführer-Gewerkschaft am Montag mit. Es ist die siebte Streikaktion seit Beginn die Konflikts. Zuletzt hatten die Lokführer Anfang November gestreikt.

Der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky begründete den Arbeitskampf mit dem jüngsten Verlauf der seit neun Monaten andauernden Tarifrunde. Dabei habe die Bahn versucht, die Lokrangierführer "als billigen Jakob im Tarifvertrag zu verankern". Diese Kollegen machten die gleiche Arbeit wie Lokführer, würden aber deutlich schlechter bezahlt und hätten viel schlechtere Arbeitszeitregelungen. Das wolle die GDL nicht länger hinnehmen.

"Hinhalte-Taktik"

Weselsky kritisierte, die Bahn wolle die Gewerkschaft hinhalten. Es fehlten noch immer Ergebnisse in zentralen Fragen. Als Beispiel nannte er eine Begrenzung der Überstunden. Die GDL verlangt zudem fünf Prozent mehr Geld und eine Stunde weniger Arbeitszeit pro Woche.

Die Deutsche Bahn hatte sich bereits auf Zugausfälle und Verspätungen eingerichtet. In Frankfurt soll ein Krisenteam den Güterverkehr während des Ausstands steuern. Dabei hätten für die Versorgung wichtige Züge Vorrang, sagte ein Bahnsprecher am Montag. Auch für den Personenverkehr gibt es nach Bahn-Angaben Bereitschaftspläne der Betriebs- und Planungszentralen. Die Bahn kritisierte die Streikabsicht. "Wir verstehen nicht, warum die GDL den bislang gemeinsam erreichten Zwischenstand nicht festhalten will", sagte eine Konzernsprecherin. Auch beim Punkt Lokrangierführer hätten beide Seiten Grundzüge einer gemeinsamen Lösung erarbeitet.

Beschwerde in Karlsruhe

Die GDL will noch vor dem Inkrafttreten des umstrittenen Tarifeinheitsgesetzes für ihre sämtlichen Mitglieder im Zugpersonal eigene Tarifverträge abschließen. Bislang hatte sie nur für Lokführer Abschlüsse vereinbart und läuft nun Gefahr, in Konkurrenz zur EVG künftig nur noch in einem Teil der Deutsche-Bahn-Betriebe eigene Tarife aushandeln zu können. Das Tarifeinheitsgesetz soll nach bisherigen Planungen im Juli in Kraft treten. Die GDL hat Verfassungsbeschwerde angekündigt.
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