Lokführer streiken mehr als vier Tage

"Hier wird gestreikt": Die Lokführergewerkschaft unter ihrem Vorsitzenden Claus Weselsky (rechts) will ab heute 15 Uhr den Güterverkehr bestreiken, ab Donnerstagmorgen 2 Uhr dann auch den Personenverkehr. Archivbild: dpa

Für Bahnkunden in ganz Deutschland kommt es noch einmal knüppeldick: Vier Tage lang sollen Fern-, Regional- und S-Bahn-Züge ab Donnerstag still stehen. Im Güterverkehr geht der Streik bereits schon heute Nachmittag los.

Auf die Kunden der Deutschen Bahn kommt erneut ein Streik zu. Ab Donnerstag 2 Uhr wollen die Lokführer im Personenverkehr für vier Tage die Arbeit niederlegen. Betroffen sind Fern- und Regionalzüge sowie die S-Bahnen der Deutschen Bahn. Im Güterverkehr beginnt der Ausstand schon heute um 15 Uhr. Enden soll der Streik am Montag um 4 Uhr. Die Züge der Länderbahn sind von dem Streik nicht betroffen. Allerdings könne es zu Verzögerungen kommen, teilte das Unternehmen mit.

Längster Streik seit 1994

Es ist der längste Streik seit Gründung der Deutschen Bahn AG im Jahr 1994. Betroffen sind auch die Feiern zum 25. Jahrestag des Mauerfalls am Wochenende in Berlin. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) begründete die Aktion mit der Weigerung der Bahn, über einen eigenständigen Tarifvertrag auch für Berufsgruppen zu verhandeln, die nicht Lokführer sind. Am Montag hatte die Gewerkschaft Verhandlungen mit der Bahn für gescheitert erklärt. Dabei ging es um Spielregeln für die Zusammenarbeit zwischen Bahn, der GDL sowie der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG).

Hauptstreitpunkt ist die Forderung der GDL, nicht nur für Lokführer, sondern auch für das übrige Zugpersonal Tarifverträge aushandeln zu dürfen. Der von der Bahn vorgelegte Vertragsentwurf sieht ein Verhandlungsmandat der GDL auch für die Zugbegleiter vor. Sollten sich beide Gewerkschaften aber nicht über Tarifregelungen für diese Berufsgruppe verständigen, soll letztlich das Ergebnis der Verhandlungen mit der EVG gelten. Der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky sprach von einer "Scheinzuständigkeit für Zugbegleiter", die die GDL nicht akzeptieren könne. Der EVG-Vorsitzende Alexander Kirchner griff Weselsky an. "Er schadet nicht nur der Bahn, er schadet der Gewerkschaftsbewegung, weil er eine andere Gewerkschaftslandschaft haben will", sagte Kirchner dem Hessischen Rundfunk.

Bahnchef Rüdiger Grube hatte die Gewerkschaft zur Besonnenheit aufgerufen. "Unsere gewachsene Sozialpartnerschaft ist ein hohes Gut", sagte er. "Damit muss auch weiterhin sehr verantwortungsvoll umgegangen werden", fügte Grube hinzu, ohne dabei den Tarifkonflikt mit der GDL anzusprechen.

Ersatzfahrplan

Die Bahn hält den angekündigten Streik für "reine Schikane". "Dieser Streikaufruf macht nur noch sprachlos", sagte Ulrich Weber, der Personalvorstand der Bahn. Das Unternehmen wollte am noch Dienstagabend einen ersten Ersatzfahrplan veröffentlichen.

___

Weitere Informationen im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de/öpnv-service
Weitere Beiträge zu den Themen: Frankfurt (2447)November 2014 (8193)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.