Lürssen-Gruppe kauft Blohm+Voss
Werften unter gemeinsamer Flagge

Eine Hamburg-Flagge vor einem Trockendock der Werft Blohm+Voss. Nun wird die traditionsreiche Hamburger Werft von der Bremer Lürssen-Gruppe übernommen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Bild: dpa

Die Lürssen Werft in Bremen-Vegesack und Blohm+Voss sind Konkurrenten, aber auch Partner. Nun hat Lürssen die Hamburger Werft übernommen. An der Elbe ist man darüber gar nicht unglücklich.

Hamburg/Bremen. Die Bremer Werft Lürssen übernimmt das Traditionsunternehmen Blohm+Voss. Darauf habe sich Lürssen mit dem bisherigen Eigentümer und Investor Star Capital geeinigt, teilte das Schiffbauunternehmen am Mittwoch in Bremen mit.

Lange Zusammenarbeit


Mit der Übernahme strebe Lürssen ein langfristiges Engagement an. Das Familienunternehmen will nach eigenen Angaben vor allem das Leistungsspektrum für die Reparatur, die Überholung und Aufwertung von Jachten, Marine- und kommerziellen Schiffen innerhalb der Unternehmensgruppe abrunden sowie das Neubaugeschäft von Marineschiffen. Das Kartellamt muss der Übernahme noch zustimmen.

Blohm+Voss wurde im 2011 von Thyssenkrupp an die Fonds der britischen Investmentgesellschaft Star Capital verkauft. Das Unternehmen beschäftigt knapp 1000 Mitarbeiter. Mit Lürssen verbindet Blohm+Voss eine langjährige Zusammenarbeit im Bereich der Marineschiffe, zuletzt beim Bau der Fregattenklasse F125 für die Deutsche Marine. Wenn der Kauf vollzogen ist, wird aus Lürssen eine Werftengruppe mit 2800 Mitarbeitern und sechs hoch spezialisierten Standorten in allen fünf deutschen Küstenländern.

Die Übernahme fand bei der Hamburger Politik und der Gewerkschaft ein positives Echo. "Das ist eine große Chance für den maritimen Standort Hamburg", sagte der Hamburger Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos). "Damit wird der Werftbetrieb auf ein solides Fundament für die Zukunft gestellt." Blohm+Voss könne so neue Kunden gewinnen und dauerhaft Beschäftigung am Standort Hamburg sichern.

Gewerkschaft erfreut


Auch die IG Metall Küste reagierte positiv. "Für Blohm+Voss ist das eine gute Nachricht, aber wir erwarten nun nähere Informationen, wie der Standort weiter entwickelt werden soll, vor allem im Hinblick auf die Beschäftigung und die Arbeitsplätze", sagte Bezirksleiter Meinhard Geiken. Lürssen sei ein Unternehmen, hinter dem eine Unternehmensstrategie und Aufträge stünden. Unter dem Dach der Gruppe habe Blohm+Voss größere Entwicklungschancen als mit dem Finanzinvestor Star Capital. Lürssen hatte bereits in der Vergangenheit versucht, Blohm+Voss zu übernehmen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.