Lufthansa-Piloten legen nach
Neuer Streik am Dienstag und Mittwoch

Der "Kranich" kommt nicht dauerhaft in die Luft. Archivbild: dpa

Hundertausende Passagiere haben den Streik der Lufthansa-Piloten zu spüren bekommen. Sonntag und Montag wurde zwar wieder geflogen, am Dienstag und Mittwoch aber geht der Ausstand weiter. Erneut dürften hunderte Flüge ausfallen.

Frankfurt. Nach einer Streikpause am Sonntag und an diesem Montag müssen sich Lufthansa-Passagiere erneut auf massive Flugausfälle einrichten. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) rief am Sonntagabend die Piloten für Dienstag und Mittwoch zum Ausstand auf. Am Dienstag sollten alle Piloten der Kurzstreckenflotte und am Mittwoch alle Piloten der Kurz- und Langstreckenflotte streiken. Es seien jeweils alle Flugverbindungen betroffen, die in dieser Zeit aus Deutschland abfliegen sollen. Wie viele Flüge ausfallen werden, war noch nicht bekannt. Am Samstag hatten die streikenden Piloten die Lufthansa zur Absage von 137 Flügen gezwungen. Am Sonntag wurde "aus Rücksicht auf die Kunden" nicht gestreikt, wie die VC angekündigt hatte. Dennoch fielen noch 35 Verbindungen den Spätfolgen des Streiks zum Opfer. Für den ebenfalls streikfreien Montag rechnete die Lufthansa wieder mit einem normalen Flugbetrieb. Nun muss die Airline erneut einen Sonderflugplan aufstellen.

Wie eine Lösung des Streits aussehen könnte, ist völlig offen. Lufthansa-Personalchefin Bettina Volkens hatte die VC am Sonntag via Zeitung erneut zu Gesprächen aufgerufen. "Ich wünsche mir sehr, dass die Vereinigung Cockpit von ihrer unnachgiebigen Haltung endlich abrückt", sagte Volkens der "Bild am Sonntag". Man müsse einen Kompromiss finden, mit dem beide Partner leben können. "Das kann nicht durch Streik erzwungen werden." Die Piloten der Fluggesellschaft warten hingegen auf ein - aus ihrer Sicht - "verhandlungsfähiges Angebot". Die Gewerkschaft hatte am Freitag ein weiteres Lufthansa-Angebot zurückgewiesen und betont, dass es kein Enddatum für den Streik gebe. Die Inhalte des jüngsten Angebots seien bereits vor zwei Monaten auf den Tisch gelegt worden.

Die VC verlangt Tariferhöhungen von zusammen 22 Prozent über einen Zeitraum von fünf Jahren bis April 2017. Die Gewerkschaft verweist darauf, dass es seit 2012 keine Gehaltserhöhungen gegeben habe, während das Unternehmen Milliardengewinne eingefahren habe. Die Lufthansa hatte zuletzt um 4,4 Prozent höhere Vergütungen, eine Einmalzahlung von 1,8 Monatsgehältern sowie die Zusage von Neueinstellungen angeboten.
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