Lufthansa und Air China
Gemeinsam unterwegs

Rot und blau: Besatzungsmitglieder von Air China und Lufthansa posierten bei der Unterzeichnung der Zusammenarbeit in Peking. Bild: dpa

Lufthansa tut sich mit Air China zusammen. Passagiere sollen von einem gemeinsamen Flugangebot, mehr Verbindungen und "harmonisierten Preisen" profitieren. Was heißt das?

Peking. Die Fluggesellschaften Lufthansa und Air China bündeln ihre Verbindungen zu einem gemeinsamen Flugangebot. "Die Vorteile sind aufeinander abgestimmte Flugpreise über alle Buchungsklassen, mehr Verbindungen zwischen den Drehkreuzen in Europa und China sowie Flugpläne, die sich stärker am Passagieraufkommen ausrichten", sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr nach der Unterzeichnung des Partnerschaftsabkommens mit dem Air-China-Vorsitzenden Cai Jianjiang am Dienstag in Peking.

Nach den Joint Ventures mit der japanischen Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) und mit Singapore Airlines ist es für Lufthansa die dritte Kooperation dieser Art in Asien. Das Volumen der neuen Zusammenarbeit mit Air China bezifferte Spohr auf jeweils rund eine Milliarde Euro auf beiden Seiten. China sei der wichtigste Markt für Lufthansa und werde eines Tages auch die USA als größten Luftverkehrsmarkt überholen. Lufthansa müsse deswegen mehr Ziele in China bedienen. Auch stiegen die Passagierzahlen. "Wir werden das auf keinen Fall alleine meistern können", sagte der Lufthansa-Chef.

Spohr verspricht sich auch eine bessere Auslastung von der Kooperation. Schon seit 1989 arbeitet Lufthansa in dem Pekinger Wartungsbetrieb Ameco und seit 2000 über gemeinsame Flugnummern (Code-Sharing) mit der staatlichen chinesischen Airline zusammen.

Lufthansa decke nun die Mehrheit seiner interkontinentalen Routen mit solchen Joint Ventures ab. Auf eine Frage, ob die angekündigte "Harmonisierung" der Preise bedeute, dass Air China jetzt seine meist niedrigeren Preise anhebe oder Lufthansa ihre senke, sagte Spohr: "Das hängt von der gemeinsamen Verfügbarkeit der Sitze und der Nachfrage ab - und es wird auch weiterhin eine große Bandbreite von Flugpreisen wie heute geben." Spohr hofft auch darauf, dass Air China der Lufthansa hilft, behördliche Restriktionen beim Zugang zum chinesischen Wachstumsmarkt zu überwinden.

Air China-Chef Cai Jianjiang sieht in dem Joint Venture einen "weiteren wichtigen Schritt in der Globalisierungsstrategie" seiner Airline. Er versprach den Kunden "eine größere und flexiblere Auswahl, attraktive Tarifprodukte und ein nahtloses Reiseerlebnis". Neben Air China und Lufthansa erstreckt sich die Vereinbarung auch auf die beiden Lufthansa-Töchter Austrian Airlines und Swiss Airlines.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.