Lust auf Konsum hält Einzelhandel auf Kurs

Rekordzahlen am Arbeitsmarkt und fast kein Preisauftrieb: Das Geld sitzt den Menschen in Deutschland so locker wie lange nicht. Davon profitiert der Einzelhandel.

Die Kauflust der Verbraucher hat dem deutschen Einzelhandel ein gutes Weihnachtsgeschäft und ein erfolgreiches Jahr 2014 beschert. Im Dezember seien die Umsätze im Vergleich zum Vorjahresmonat preisbereinigt (real) um 4,0 Prozent und nominal um 3,5 Prozent gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit. Allerdings hatte der Dezember auch 2014 einen Verkaufstag mehr als der Vorjahresmonat. Im Gesamtjahr 2014 setzte der Einzelhandel preisbereinigt 1,4 Prozent (nominal 1,7) mehr um als im Jahr 2013. Damit verbesserten die deutschen Einzelhändler ihr Geschäft im fünften Jahr in Folge. Das Plus bei den Erlösen wurde auch 2014 vor allem vom boomenden Internet- und Versandhandel (plus 7,5 Prozent real) getrieben. Der Handelsverband Deutschland errechnete für 2014 ein Umsatzplus von 1,9 Prozent auf 459,3 Milliarden Euro. Anders als der Verband berücksichtigt die Behörde auch Umsätze von Tankstellen und Apotheken sowie Auto- und Brennstoffhändlern.

"Sehr stark"

Auch im Vergleich zum Vormonat klingelten die Kassen der Händler im Dezember etwas häufiger. In den Geschäften stiegen die Umsätze preisbereinigt um 0,2 Prozent (nominal: plus 0,1 Prozent). Das war das dritte Monatsplus nacheinander. Daher spricht Christian Schulz vom Bankhaus Berenberg von einem "sehr starken" Schlussquartal. "Im Durchschnitt lagen die Erlöse um satte 1,6 Prozent über dem Durchschnitt des Vorquartals. Das spricht dafür, dass der private Konsum die deutsche Konjunktur zum Jahresende entscheidend angetrieben hat."

Schulz erklärt die Kauflust der Verbraucher auch mit dem Verfall der Ölpreise und dem geringen Preisauftrieb zum Jahresende. Denn im Dezember stiegen die Umsätze im Handel preisbereinigt schneller als zu tatsächlichen Preisen (nominal), was ein Indiz für fallende Preise ist: "Das stärkt die Kaufkraft und befeuert den Konsum." Eine Deflation, bei der Haushalte ihre Ausgaben in Hoffnung auf weiter sinkende Preise aufschieben, sei aber nicht in Sicht.
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