Männer und Frauen: Unterschiede bei Gehalt und Rente
Große Kluft

Am 19. März ist der sogenannten Equal Pay Day. Bis zu diesem Tag müssen Frauen statistisch gesehen arbeiten, um das Einkommen zu erzielen, das Männer im Vorjahr hatten. Archivbild: dpa

Wiesbaden. Die Kluft bei den Verdiensten von Männern und Frauen hat sich im vergangenen Jahr etwas verringert. Arbeitnehmerinnen kamen auf durchschnittlich 16,20 Euro brutto je Stunde, das waren 21 Prozent weniger als Männer (20,59 Euro) verdienen. Im Jahr zuvor hatte der Abstand noch 22 Prozent betragen. Das teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch zum Equal Pay Day am 19. März mit. Qualifikation und Art der Tätigkeit werden dabei nicht berücksichtigt.

Auch bei den Alterseinkünften klafft eine riesige Lücke zwischen Frauen und Männern. Sie werde aber langsam kleiner, weil mehr Frauen erwerbstätig seien und Erziehungszeiten besser anerkannt würden, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Als gesetzliche Altersrente erhielten Frauen 2014 durchschnittlich 618 Euro, Männer 1037 Euro. Bei den Betriebsrenten sei der Unterschied noch größer: Männer bezogen hier 2011 im Schnitt mit 574 Euro fast dreimal so viel Geld wie Frauen. Rechnet man alle Alterseinkünfte einschließlich privater Vorsorge zusammen, bekommen Frauen nach Erkenntnissen der Rentenforscherin Brigitte Loose nur 43 Prozent der Bezüge der Männer. 1992 sei der Unterschied aber noch größer gewesen: Damals lagen die Frauen laut der Mitteilung nur bei 31 Prozent des Männer-Niveaus.
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