"Mediterran" und "sexy"
Hintergrund

Weiden. (cf) In Erwartung der neuen Einkaufs-Galerie des Investors Fondara entbrannten im IHK-Gremium sehr gegensätzliche Meinungen zur (mangelnden) Attraktivität der Einkaufsstadt Weiden. Mit ihrer "Außensicht" entspannte die Leiterin der IHK-Bildungsakademie, Susanne Kölmel, die kontroverse Stimmung nachhaltig. Die aus Baden - nahe Karlsruhe - vor drei Jahren zugezogene Wahl-Oberpfälzerin attestierte "sehr sympathische Menschen", mit denen es sich in Weiden sehr gut leben lasse. "Nur wenige Städte in Deutschland haben eine so tolle Altstadt, die am Wochenende rappelvoll ist." Im Sommer herrsche hier eine geradezu mediterrane Atmosphäre.

Buchhändler Martin Stangl hört - mit Blick auf die Einkaufsgalerie - "Baustellen-Musik" und Christian Fröhlich (CP2) hofft, dass die Galerie "Weiden als Einkaufsstadt wieder sexy macht". Tobias Sonna (Einzelhandel) erinnerte daran, dass der Internethandel die Kundenfrequenz in allen Innenstädten sinken lasse: "Dies ist kein Weidener Problem."

Viola Vogelsang-Reichl (Medienhaus Der neue Tag) unterstrich das zu erwartende Einkaufserlebnis durch die Galerie. Auf ein Mehr an Anziehungskraft setzt auch Gremiums-Vorsitzender Gerhard Ludwig. Hans-Joachim Müller (Textilgroßhandel) richtete an "einige Anlieger" des geplanten Einkaufszentrums den Vorwurf, "sich gesund stoßen und sich bereichern zu wollen". Peter Grießl (Vohenstrauß) empfahl seinen Weidener Kollegen, mit kostengünstigen Parkplätzen etwas für die schöne Altstadt zu tun. "Da geht es für die Stadt um relativ wenig Geld."

Moll-Töne bei der Konjunkturlage

Weiden. (cf) In die allgemeine Zuversicht über die "auf breiter Front anziehende Konjunktur" mischten sich bei der Konjunktur-Umfrage des IHK-Gremiums Weiden einige Moll-Töne. Josef Kallmeier (Porzellanfabrik Seltmann) berichtete von einem "verhaltenen" ersten Quartal. "Da hätten wir mehr erwartet." Immerhin seien die Neuheiten auf den Messen sehr gut angekommen. Bei aller Genugtuung über die sinkenden Energiepreise stelle - angesichts des wegbrechenden Fachhandels - der Aufbau eines eigenen Web-Geschäfts ein großes Problem dar.

Anton Forster (Metallbau) bedauerte den Wegfall des Osteuropa-Geschäfts: "Das tut uns weh." Das Jahr 2015 sei daher eher schleppend angelaufen. Dagegen freut sich Paulus Mehler (Textil, Tirschenreuth) "gegen den Trend" über ein Rekordjahr. Das weggefallene Russlandgeschäft sei voll kompensiert worden.

Duale Studenten am leistungsfähigsten

Amberg/Weiden. (sbü) Alle Veranstalter der Roadshow boten Hilfestellung für die Einrichtung eines dualen Ausbildungsangebots an. "Alle Studienangebote der OTH Amberg-Weiden sind für ein duales Studium geeignet", sagte Sabine Märtin, Leiterin von OTH-Professional. Betriebe müssten sich darüber im Klaren sein "es läuft anders", meinte HWK-Vertreter Wolfgang Spöckner. Es seien auch kreative Lösungen erforderlich, um die Lerninhalte des Berufsschulunterrichts zu vermitteln. "Aber duale Studenten sind die leistungsfähigsten", versicherte Professor Dr. Wolfgang Stockbauer, OTH Regensburg.
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