Mehr als Hälfte der Interkontinentalflüge sollen stattfinden
Streiks auf der Langstrecke

Im Streit um die Übergangsregelung wollen Piloten der Lufthansa heute erneut streiken. Archivbild: dpa

Heute wollen Lufthansa-Piloten Langstreckenflüge bestreiken. Trotz der erneuten Arbeitsniederlegungen sollen aber mehr als die Hälfte der geplanten Interkontinentalflüge stattfinden, verspricht die Fluggesellschaft.

Von 57 geplanten Flügen im Streikzeitraum zwischen 8 und 23 Uhr sagte die Fluggesellschaft am Montag 25 Verbindungen ab. Auch am Montag sollten bereits Flüge nach Frankfurt ausfallen.

Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hatte ihre Streikwelle von vornherein auf Langstreckenflüge beschränkt, dafür aber die Dauer im Vergleich zu den vorangegangenen Streiks stark ausgeweitet. 32 Maschinen aus dem Streikzeitraum könnten voraussichtlich fliegen, teilte Lufthansa mit. Ein Großteil davon werde von freiwilligen Piloten gesteuert.

Zum Teil handelt es sich um sogenannte Manager-Piloten, leitende Lufthansa-Mitarbeiter, die ihre Fluglizenz aufrechterhalten haben. Zwei Abflüge sollen zeitlich vorgezogen und vier auf Mittwoch verlegt werden.

München nicht betroffen

Der Kurz- und Mittelstreckenverkehr soll laut Lufthansa nicht betroffen sein. Auch Langstreckenflüge von München und Düsseldorf sollten starten. Die Flüge der übrigen Konzerngesellschaften wie Swiss, Austrian und Germanwings fänden ebenfalls planmäßig statt.

Insgesamt wurden wegen des Streiks 48 Überseeflüge der Lufthansa gestrichen, darunter laut einer im Internet veröffentlichten Liste auch 15, die noch am Montag in Richtung Frankfurt hätten starten sollen. Lufthansa versucht im Streikfall stets, die Flüge so zu organisieren, dass nach Streikende der Betrieb möglichst schnell wieder normal laufen kann. Da der Ausstand der Piloten bis zum Betriebsende des Flughafens andauern soll, kann es wegen des Nachtflugverbots keine absichtlich verspäteten Starts geben. Zwei Wochen zuvor war es den Lufthansa-Planern gelungen, bei einem auf acht Stunden ebenfalls für Frankfurt angekündigten Langstreckenstreik sämtliche Verbindungen anzubieten. Die VC hatte den Ausstand daraufhin abgesagt und die inzwischen wieder gescheiterten Verhandlungen zwischenzeitlich neu aufgenommen.

Hintergrund des Arbeitskampfes ist der Tarifkonflikt um die Versorgung von rund 5400 Lufthansa-Piloten beim Übergang in den Ruhestand. "Da das Lufthansa-Management auch weiterhin kein kompromissfähiges Angebot vorgelegt hat, sehen wir uns zu diesen weiteren Maßnahmen gezwungen", teilte die VC mit. Man sei aber weiterhin jederzeit einigungsbereit, um Streiks abzuwenden. Die VC hat bereits bei vier Streikwellen 4300 Flüge ausfallen lassen, Hunderttausende Reisende waren betroffen.

Einsatz externer Piloten

Der Konflikt zwischen Management und Pilotengewerkschaft eskaliert auch an anderer Stelle. So prüft das Unternehmen den Einsatz externer Piloten auf Langstreckenflügen unter der Marke Lufthansa. Die VC soll sich laut Lufthansa nicht zu Einsparungen bereiterklärt haben, was allerdings von der Gewerkschaft bestritten wird. VC-Sprecher Jörg Handwerg sagte, Kunden könnten sich dann nicht mehr darauf verlassen, dass in einem Lufthansa-Cockpit auch tatsächlich Lufthansa-Piloten säßen. Das wäre ein Novum.
Weitere Beiträge zu den Themen: Frankfurt (2447)September 2014 (8409)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.