Mehr Rotstift-Aktionen
Lebensmittel: Rewe erwartet Preiskampf

Der Vorstandsvorsitzende von Rewe, Alain Caparros, erläuterte am Dienstag die Unternehmenszahlen des Handelskonzerns. Bild: dpa

Auch der Kölner Handelsriese Rewe kann sich den von Aldi und Lidl ausgelösten Rotstift-Aktionen nicht entziehen. Denn die Grenzen zwischen Supermärkten und Discountern verschwimmen immer mehr.

Köln. Der Einzelhandelsriese Rewe rechnet mit einer Fortsetzung des von den Discountern Aldi und Lidl ausgelösten Preiskampfes im Lebensmittelgeschäft. Auch Rewe werde sich den Rotstift-Aktionen nicht entziehen können, sagte Konzernchef Alain Caparros am Dienstag in Köln. Auslöser für den Preiskampf war die Entscheidung von Aldi, eine wachsende Zahl von Markenartikeln in das Angebot aufzunehmen - oft zu Preisen deutlich unter dem üblichen Marktniveau. Lidl reagierte darauf seinerseits mit Preisaktionen. Dies habe zu einer deutlichen Verschärfung des Wettbewerbs im deutschen Lebensmittelhandel geführt, sagte Rewe-Finanzchef Christian Mielsch.

Grenzen verschwimmen


Rewe kann sich der Entwicklung nach eigener Einschätzung auch deshalb nicht entziehen, weil die Grenzen zwischen Vollsortimentern und Discountern immer mehr verschwimmen. Durch die Aufnahme von immer mehr Markenartikeln bei Aldi und Angeboten wie Backautomaten seien die Billiganbieter zunehmend zu Vollversorgern geworden. Und sie arbeiteten weiter daran, ihr Angebot aufzuwerten, meinte Caparros. Rewe will auf die Herausforderung mit mehr Vielfalt im eigenen Angebot reagieren. "Wir werden im Sortiment Trends wie Regionalität, Convenience, Vegetarisch und Vegan weiter ausbauen und stärken", kündigte Caparros an. Erweitern will Rewe außerdem das Online-Angebot.

"Sehr erfolgreiches Jahr"


2015 war für Rewe Caparros zufolge ein "sehr erfolgreiches Jahr". Dem langjährigen Sorgenkind des Unternehmens - der deutschen Tochter Penny - gelang nach Sanierung die Rückkehr in die schwarzen Zahlen. Die Rewe-Supermärkte in Deutschland steigerten ihre Umsätze trotz des Preiskampfs der Discounter laut vorläufigen Zahlen um 5,5 Prozent. Die Touristiksparte, zu der unter anderem die Anbieter Dertour, Jahn-Reisen und ITS gehören, verbuchte auch dank der Übernahme des europäischen Reiseveranstalter-Geschäfts des Schweizer Kuoni-Konzerns ein Umsatzplus von 10,4 Prozent.

Insgesamt stieg der um Wechselkurs-Entwicklungen bereinigte Umsatz der Rewe-Gruppe aus fortgeführtem Geschäft um 3,7 Prozent auf 52,4 Milliarden Euro. Der Überschuss werde voraussichtlich um rund 22 Prozent auf 383 Millionen Euro zulegen, sagte Caparros. Darin sei der Gewinn der selbstständigen Rewe-Kaufleute noch nicht enthalten. Deren operatives Ergebnis habe mit 250 Millionen Euro um 18 Prozent über dem Vorjahresniveau gelegen.
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