Messe IAA-Nutzfahrzeuge in Hannover
Die Zukunft der Transportbranche

Der Prototyp eines MAN-eMobility-Trucks auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover. Bild: dpa

Hannover. Staus und Horrorunfälle auf der Autobahn, immer mehr Paketdienste in den Innenstädten oder die steigende Abgas-Belastung: Der wachsende Nutzfahrzeugverkehr prägt den Alltag vieler Menschen hierzulande. In Hannover trifft sich seit Mittwoch die Branche zu ihrer Weltleitmesse und zeigt bis 29. September Lösungsideen für die Herausforderungen der Zukunft.

Die Leistungsschau IAA-Nutzfahrzeuge beschäftigt sich zum Beispiel mit Autopilotfunktionen, die Unfälle vermeiden und den Abgasausstoß reduzieren sollen. Auch Digitalisierung und Vernetzung spielen bei der Messe eine große Rolle; der Trend könnte Fahrer entlasten, Routen optimieren und Wartezeiten verkürzen. Auch alternative Antriebe, die mit Batterietechnik lokal abgasfreies Fahren erlauben, haben auf dem Messegelände in Hannover ihren Platz. Mehr als 2000 Aussteller aus 52 Ländern zeigen 332 Weltpremieren. Die IAA-Nutzfahrzeuge gibt es seit 1992. Die Messe wechselt im Jahresrhythmus mit der Pkw-IAA in Frankfurt.

Der wichtige Heimatmarkt Europa wird im Nutzfahrzeug-Geschäft des Branchenführers Daimler bis zum Jahresende wohl an Schwung verlieren. Der Truck-Chef des Stuttgarter Konzerns, Wolfgang Bernhard, sprach am Mittwoch in Hannover von einem schwieriger werdenden Umfeld. Nach plus 17 Prozent bei den Verkäufen bis zum Juli lasse sich dieses Niveau in Richtung Jahresende nicht halten. "Es gibt keinen Grund zur Alarmstimmung", meinte Bernhard. Aber die jüngste Lage stimme ihn zurückhaltender. Wegen des Gegenwinds hatte der Konzern die Prognose für seine Nutzfahrzeuge bereits vor kurzem kassiert. Den Markt der schweren Nutzfahrzeuge jenseits der Sechs-Tonnen-Klasse dominierten neben Daimler weltweit zuletzt die chinesischen Anbieter Dongfeng und FAW sowie Volvo und die VW-Marken MAN und Scania.

Der Zulieferer Bosch erwartet ein gutes restliches Jahr 2016. Der Umsatz in der Kfz-Sparte werde wechselkursbereinigt um annähernd fünf Prozent wachsen, sagte Spartenchef Rolf Bulander in Hannover. 2015 hatte Bosch hier ein Plus von 4,6 Prozent erzielt. Das Unternehmen hatte Anfang 2016 eine Sparte für das Nutzfahrzeug-Geschäft ausgegründet und setzt große Hoffnungen in sie.
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