Metaller blicken nach Baden-Württemberg

Nun wird es Ernst bei der Tarifauseinandersetzung der Metaller. Die vierte Verhandlungsrunde in Baden-Württemberg ist entscheidend. Die Arbeitgeber warnen aber vor zu viel Optimismus.

Im Tarifkonflikt der deutschen Metall- und Elektroindustrie blicken alle gespannt nach Baden-Württemberg: Die IG Metall strebt bei der vierten Runde am Montag eine Einigung an. "Wir reisen mit der Erwartung an, dass es klappen kann", sagte Gewerkschaftschef Detlef Wetzel der "Süddeutschen Zeitung". Gesamtmetall-Chef Rainer Dulger warnte am Freitag vor zu viel Euphorie bei den geplanten Gesprächen. Es sei ein gutes Zeichen, wenn die IG Metall offenbar bereit sei, ernsthaft über das von den Arbeitgebern vorgelegte Angebot zu diskutieren. "Wir wollen einen vernünftigen Kompromiss finden mit einem fairen Abschluss für die Mitarbeiter und die Unternehmen", sagte Dulger nach Angaben eines Sprechers. Klar sei aber auch: In Baden-Württemberg könne es keine pilotfähige Einigung zur Bildungsteilzeit geben, weil dort ganz andere Startvoraussetzungen gelten als im Rest der Republik.

Traditionell kristallisiert sich im Laufe der Tarifrunde eine Region heraus, in der ein Pilotabschluss ausgehandelt wird, der anschließend bundesweit übernommen wird. "Wir sind jetzt an einem Punkt, an dem klar werden muss: Ergebnis oder kein Ergebnis", sagte Wetzel der Zeitung zufolge weiter. Die IG Metall will 5,5 Prozent mehr Geld für die 3,7 Millionen Beschäftigten, außerdem erstmals einen Tarifvertrag über eine "Bildungsteilzeit" sowie einen neuen Tarifvertrag zur Altersteilzeit. Wetzel sagte weiter, er hoffe, dass die Arbeitgeber "endlich aus ihren Schützengräben kommen". Für ihren Widerstand gegen eine Bildungsteilzeit gebe es "keine rationale Substanz". Über die Lohnforderung ist nach seinen Worten noch gar nicht "im Detail" gesprochen worden. "Wir klären diese Frage erst, wenn wir vernünftige Lösungen bei den beiden anderen Themen haben."

Weitere Warnstreiks

Seit Beginn der Warnstreiks beteiligten sich bundesweit rund 750 000 Beschäftigte aus mehr als 3300 Betrieben an Protestaktionen. Schwerpunkt am war Freitag Baden-Württemberg mit 16 700 Teilnehmern, wie die Gewerkschaft mitteilte. In Bayern nahmen knapp 15 500 Beschäftigte am Protest teil, in Nordrhein-Westfalen waren es mehr als 6300.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.