Milchquote habe gewünschten Effekt ohnehin nicht gehabt
Bauernpräsident fürchtet keine Preiseinbrüche

Der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes, Walter Heidl, fürchtet mit der Abschaffung der Milchquote im nächsten Frühjahr keine weiteren Preiseinbrüche. (Foto: Nicolas Armer/dpa)
München. (dpa) Bayerns Bauernpräsident Walter Heidl fürchtet mit der Abschaffung der Milchquote im nächsten Frühjahr keine weiteren Preiseinbrüche. Wohl aber könnten die Preise schwanken, auch nach unten, sagte der Chef des Bayerischen Bauernverbandes der Deutschen Presse-Agentur.

Die massiven Rückgänge vor kurzem wie auch vor einigen Jahren zeigten, dass die Milchquote ohnehin nicht für stabile Preise sorgen konnte. «Die Quote hat den mengenregulierenden und preisstabilisierenden Effekt nie gehabt. Der auch zukünftig mengenbegrenzende Faktor ist die Knappheit der Fläche, auf der Futter für die Kühe erzeugt werden kann.»

Chance statt Bedrohung?

Viele Bauern rüsteten bereits auf und bauten zusätzliche Ställe, um ihre Produktion zu steigern. Sie sehen offensichtlich im Wegfall der Quote eine Chance und keine Bedrohung. Langfristig werde die globale Nachfrage nach hochwertigen Milcherzeugnissen steigen, sagte Heidl.

Zuletzt habe es über einen längeren Zeitraum gute Preise für die Milch gegeben, knapp 40 Cent pro Kilogramm. Seit Monaten aber purzelt der Preis, er liegt nur noch bei durchschnittlich 35 Cent.

Preisdruck von Discountern

«Insgesamt hat erst im vergangenen Jahr die deutlich angestiegene Erzeugungsmenge die steigende Nachfrage überholt», sagte Heidl. Zudem verschärfe das russische Handelsembargo für Agrarprodukte aus der EU den «Stau» auf dem Milchmarkt.

«Deswegen sind derzeit zu große Mengen am Markt.» Der Preisdruck komme aber vor allem von den Discountern, die ihre Marktmacht ausnutzten. Das habe auch die Quote nicht verhindern können.

Trotz der an sich zur Mengenbeschränkung eingeführten Kontingentierung stieg die Produktion über die Jahre stetig an. Wer zu viel produzierte, konnte entweder an der Milchquotenbörse Kontingente dazu kaufen. Oder er musste eine Abgabe zahlen, die am Ende allerdings den Erlös aus der Milch minderte. Diese zusätzlichen Ausgaben für die Milchviehhalter fielen nun ebenso weg wie eine Reihe Vorschriften, sagte Heidl.

Bayern produzieren ein Viertel der Gesamtmenge

Gut 36 000 Betriebe in Bayern halten Milchvieh. Sie produzierten 2013 insgesamt 7,9 Millionen Tonnen Milch und damit ein Viertel der Gesamtmenge in Deutschland.

Die Europäische Gemeinschaft (EG) hatte die Kontingentierung 1984 eingeführt, um Butterberge und Milchseen zu verhindern. Nach Übergangsfristen läuft die Regelung am 31. März 2015 endgültig aus. Zwischenzeitlich waren die Milchbauern für einen Erhalt der Quote auf die Straße gegangen.

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