Mindestlohn verteuert Fahrten mit dem Taxi
Im Schnitt 20 Prozent

Taxifahren ist für Kunden in vielen Städten Deutschlands deutlich teurer geworden. Eine Fahrt koste wegen des gesetzlichen Mindestlohns jetzt im Schnitt ein Fünftel mehr, sagte der Geschäftsführer des Taxi- und Mietwagenverbands BZP, Thomas Grätz, am Freitag in Frankfurt. Am höchsten ist die Preissteigerung dem Verband zufolge bislang in Erfurt, wo eine Taxifahrt jetzt 40 Prozent mehr kostet. Hannover, Stuttgart, Dresden und Essen erhöhen um 20 Prozent, Hamburg um acht Prozent.

Von der Reaktion der Kunden auf die höheren Preise hänge entscheidend ab, ob die Taxiunternehmen sich den Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde für ihre Fahrer leisten könnten, sagte Grätz. Bislang hätten Fahrgäste Verständnis für die Tariferhöhung geäußert. Ob sie aber tatsächlich so oft ein Taxi nutzten wie bisher, müsse sich erst zeigen. "Ich habe noch keine greifbaren Rückmeldungen, wie sich die Kunden jetzt verhalten."

Über eine Erhöhung der Tarife entscheiden die kommunalen Behörden in den 802 Tarifbezirken. In einigen Städten wurde der höheren Tarif bereits gegen Ende 2014 festgesetzt. Dies hätte sich auf die Einnahmen ausgewirkt, sagt Frederik Wilhelmsmeyer, stellvertretender Geschäftsführer des BZP. Er schätzt, dass die neuen Preise den Umsatz der Branche 2014 um drei bis vier Prozent steigen ließen. 2013 hatten sich Taxis und Mietwagen einen Umsatz von 4,22 Milliarden Euro geteilt. Trotzdem könnten künftig weniger Taxen unterwegs sein.
Weitere Beiträge zu den Themen: Frankfurt (2447)Januar 2015 (7958)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.