Mit LED geht ein Licht auf

Für den Tag der offenen Tür zum 30-jährigen Bestehen ließ Microsyst-Geschäftsführer Harald Kilian eine Demo-Ecke installieren: Sie zeigt die Möglichkeiten der Visualisierung von Arbeitsprozessen. Bild: Fütterer

Längst hat sich die nördliche Oberpfalz zu einen Schwerpunkt für Intra-Logistik (Material- und Warenfluss im Lager) entwickelt. Vom brummenden Internet- Versandhandel profitiert die Firma Microsyst. Das Weidener Unternehmen hat aber noch weit mehr auf Lager ...

Weiden. Seit genau 30 Jahren besteht Microsyst. Ein Grund zum Feiern, denn schließlich erzielte die Firma 2014 einen Rekordumsatz von 8,3 Millionen Euro. Es war das beste Jahr in der Firmengeschichte, und die Wachstumskurve zeigt weiter nach oben. Durch Management-Buy-Out (MBO) hatte geschäftsführender Gesellschafter Harald Kilian vor zwei Jahren das vor drei Jahrzehnten in einer Wohnung gegründete Unternehmen gekauft. Der Diplom-Ingenieur ist seit 1990 bei Microsyst, damals als Lehrling in Kommunikationselektronik (heute Elektriker für Geräte und Systeme). Microsyst spezialisierte sich früh auf energiesparende LED-Anzeigen, die in den großen Fertigungshallen der Automobilindustrie die Produktionsschritte visualisieren.

2002 zog die Entwicklung "deutlich an", die Zahl der Mitarbeiter verdoppelte sich von 30 auf heute 63. Die früher an der Centralwerkstätte im Gewerbegebiet Mitte und im Weidener Stadtgebiet verteilten Standorte sind seit zwei Jahren in einem (angemieteten) funktionellen Neubau mit 2100 Quadratmetern in der Albert-Einstein-Straße - unweit des neuen Festplatzes - konzentriert. Das Kerngeschäft bilden die sogenannten Anzeigen-Systeme auf LED-Basis von winzigen Formaten (viel kleiner als ein Smartphone) bis hin zu zwei Quadratmeter großen Bildschirmen: Sie verdeutlichen fürs Auge der Beschäftigten in der Industrie Prozessabläufe, zeigen Kennzahlen an u. a. Die einfach zu bedienenden und langlebigen, robusten Anzeigen-Systeme leuchten in den Produktionshallen der Industrie - von Pharma bis zur Wellpappe - den effizienten wie plastischen Weg. Microsyst exportiert die Anzeigen-Systeme in 15 Länder - mit den Schwerpunkten USA, China und Skandinavien.

Geschäftsführer Harald Kilian nennt als zweites Standbein die Kommissionier-Systeme: Sie lenken über LED-Anzeigen an den Regalen ("Pick by Light") die Entnahme nach Licht-Signalen. Kilian: "Diese Form der Lager-Logistik nimmt durch E-Commerce und Online-Shops stark zu." Microsyst liefert zudem für diffizile, komplexe Montagearbeiten eine Art visualisierte "Gebrauchsanleitung". Dieses zukunftsweisende Geschäftsfeld macht inzwischen 30 Prozent des Umsatzes aus.

Outsourcing kein Thema

Eine Sonderstellung im Unternehmen nimmt die Produkt-Entwicklung ein. "Von der Idee bis zur Serienfertigung" (Kilian) setzt Microsyst individuelle Kundenwünsche um, beispielsweise die spezielle Steuerung von Getränkeautomaten. Die eigene Entwicklungsabteilung bewirkt rund 20 Prozent des Umsatzes. Wie alle anderen erfolgreichen Unternehmen in der Oberpfalz hat Microsyst nichts mit Outsourcing am Hut, sondern verfügt über eine hohe Wertschöpfungstiefe. Als Stärken seines Unternehmens nennt Kilian die Premium-Qualität, den modularen und flachen Aufbau der Anzeigen-Systeme, ihre gefällige Optik mit dunkler, strapazierfähiger Pulverbeschichtung und schließlich das ausgefeilte Wärme-Management, das die üblichen Lüfter erübrigt.

Ohne Soll-Bruchstellen

Einen Namen haben die Microsyst-Anzeigen-Systeme wegen ihrer unverwüstlichen Langlebigkeit. "Wir liefern unsere Geräte ohne Soll-Bruchstellen," scherzt Kilian. Weil sich die High-Tech-Produkte aus Weiden vor allem in den Montagehallen der Industrie finden, steht Microsyst nicht so sehr im Rampenlicht der Öffentlichkeit. Das ist für den Markterfolg nicht zum Nachteil: bei aller Oberpfälzer Bescheidenheit!
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