Mit voller Kraft auf Fusionskurs

Von "unserem gemeinsamen Haus" sprechen die Vorstände Bernhard Wolf, Christian Seidl, Hermann Ott und Bernhard Werner (von links). Sie pflegen ein "gleiches Denken im strategischen Handeln". Bild: Hartl

Die Raiffeisenbank "Oberpfalz Mitte" wird mit einer Bilanzsumme von 1,5 Milliarden Euro die zweitgrößte genossenschaftliche Bank im Regierungsbezirk. Der Zeitplan für die Fusion der Raiffeisenbank Weiden und der Raiffeisenbank im Naabtal steht. Die Vorstände erwarten eine "breite Zustimmung" bei den Vertreterversammlungen.

Weiden/Nabburg. (cf) Von "deckungsgleicher Unternehmensphilosophie" sprach am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Weiden Vorstand Bernhard Werner (Nabburg). Die vier Vorstände traten dabei als gleichberechtigtes Team auf. Werner stellte eine "riesige Schnittmenge" fest. Der Zusammenschluss soll die Spezialisierung vertiefen, etwa beim Auslandsgeschäft, bei der Erb- und Vermögens-Nachfolgeplanung, Altersvorsorge oder Immobilien.

Wie berichtet, hat die neue Bank in Nabburg ihren wirtschaftlichen Sitz, ihren juristischen in Weiden. Die jährliche Vertreterversammlung geht wechselweise an den Hauptstandorten Nabburg und Weiden vonstatten. Vorstand Werner erwartet einen weiteren Rückgang der Profitabilität. "Dieser Dynamik nach unten können die Einsparungen bei den Verwaltungskosten nicht folgen." Allein die Regulierung durch die EU belastet mit einer sechsstelligen Summe, rechnete Vorstand Bernhard Wolf (Weiden) vor. Er betonte die "stationäre Stärke" in Verbindung mit "digitaler Kompetenz": "Die Filialen bleiben unser Anker. Sparen allein ist kein Geschäftsmodell." Die neue Raiffeisenbank zählt 29 Geschäftsstellen, daran soll sich durch die Fusion ebenso wenig ändern wie an der Zahl der 334 Mitarbeiter.

"Perfekt im Zeitplan"

Vorstand Christian Seidl unterstrich die "Wurzeln in der Landwirtschaft" mit der hundertprozentigen Tochter Raiffeisen Waren und Dienstleistung an vier Standorten (unter anderem Nahversorgung in Schönsee) mit 23 Beschäftigten und 12 Millionen Euro Umsatz.

"Wir leben mit Leidenschaft für unsere Heimat", betonte Vorstand Hermann Ott. Die Raiffeisenbank sei Teil der Infrastruktur. "Wir sind bei der Fusion auf Kurs und perfekt im Zeitplan", erklärte Ott. Die Rahmenbedingungen seien mit dem Genossenschaftsverband Bayern abgeklärt und die ersten Strukturen festgelegt. In den nächsten Monaten werden Unternehmenskonzept und Fusionsgutachten erstellt, im Frühjahr 2016 folgen regionale Info-Veranstaltungen für die Vertreter, Ende Mai treffen die Vertreterversammlungen die letztendliche Entscheidung. Dann kann es im November zur "technischen Fusion" kommen, der Zusammenlegung der Rechenzentren. Betriebsrat und Belegschaft stehen übrigens "voll und ganz" hinter dem Zusammenschluss. An der Zahl der insgesamt 12 Aufsichtsräte (jeweils 6) ändert sich vorerst genauso wenig wie am vierköpfigen Vorstand.

"Was die Nachbarn tun, ist nicht unsere Motivation", verneinte Vorstand Werner einen Zusammenhang mit den gescheiterten Fusionsplänen der Volksbank Nordoberpfalz. Wohin sich die Kreditvergabe entwickelt, deutete Ott an: "Wir werden den Mittelstand begleiten und uns nicht auf die Finanzierung von Wohnhäusern beschränken."
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