Mitarbeiter gesucht

Gerade in der Pflege suchen Unternehmen nach wie vor händeringend nach Fachpersonal. Bild: dpa

In der Pflege, im Maschinenbau oder der Elektrotechnik gibt es weiter einen spürbaren Personalmangel. Der deutsche Mittelstand findet aber wieder etwas leichter Fachkräfte.

Das geht aus dem "Fortschrittsbericht 2014 zum Fachkräftekonzept der Bundesregierung" hervor, der am Mittwoch das Kabinett passierte. 71 Prozent der Unternehmen gaben im vergangenen Jahr an, dass es für sie derzeit "sehr" oder "eher" schwer sei, neue und ausreichend qualifizierte Mitarbeiter zu finden. 2013 waren es noch 75 Prozent, 2011 waren es 72 Prozent.

Auch Mangel bei IT-Jobs

Ein Grund für die Entwicklung ist, dass immer mehr qualifizierte Fachkräfte nach Deutschland kommen. Mit unterm Strich 429 000 mehr Zuwanderern gab es 2013 den größten Zuwachs seit zehn Jahren. Zudem sind deutlich mehr Ältere im Job. Ihre Erwerbstätigenquote stieg auf 63,6 Prozent 2013. Bei den Berufen mit zu wenig qualifiziertem Nachwuchs ist neu ein Mangel an Spezialisten in der Altenpflege hinzugekommen. Mangel herrscht auch im Metallbau, in der Ver- und Entsorgung, bei Klempnern und in den Bereichen Sanitär/Heizung - aber auch bei IT-Berufen. Flächendeckenden Fachkräftemangel gebe es nicht.

Mehr Frauen in Arbeit

Laut dem Bericht kann die Zahl der Erwerbspersonen in Deutschland in den kommenden Jahren am stärksten wachsen, wenn die Wochenarbeitszeit von Frauen erhöht wird. Weitere Effekte erwarten Experten davon, dass mehr Frauen als heute überhaupt im Job, dass mehr Ältere und Migranten beschäftigt sind.

Die Arbeitgeber warnten vor erheblichen Einbußen für die Wirtschaft, falls Deutschland den Fachkräftemangel nicht in den Griff bekommt. Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer sagte: "Wenn wir nicht gegensteuern, werden die volkswirtschaftliche Leistungskraft und unsere Sozialsysteme massiv gefährdet." Verluste bei der Wertschöpfung in Milliardenhöhe drohten. Nach Ansicht des Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Ulrich Grillo, muss daher das Zuwanderungsrecht transparenter und verständlicher gefasst werden.
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