Mitbewerber fürchten "öffentliche Ko-Finanzierung" durch Bundesländer
Bahn-Konkurrenz macht Dampf

Mit Nahverkehrsticket im Intercity: Bahn-Konkurrenten sehen neueste Pläne kritisch. Archivbild: dpa
Die Deutsche Bahn will ihr Angebot im Fernverkehr auch mit Geld aus den Bundesländern verbessern - dagegen laufen nun vier private Wettbewerber Sturm. Die Konkurrenten kritisieren in einem Brief an die Landesverkehrsminister die Pläne als unfaire "öffentliche Ko-Finanzierung". Konkret geht es darum: Die Deutsche Bahn verhandelt mit mehreren Bundesländern darüber, dass Kunden ausgewählte zuschlagspflichtige IC-Strecken auch mit Nahverkehrsfahrkarten nutzen können. Die Differenz zwischen Intercity- und Nahverkehrstarif sollen demnach die Länder dem Konzern erstatten. Zuvor hatte das "Handelsblatt" darüber berichtet. In dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, warnen die Bahn-Konkurrenten vor Wettbewerbsverzerrung. Es handele sich um eine "Rolle rückwärts" in Richtung der alten Bundesbahn", schrieben die Privatanbieter Abellio, Benex, Netinera und Transdev. Bei einer Umsetzung drohten "schwerwiegende negative Auswirkungen" auf den Nahverkehrsmarkt. Die Länder müssten auch aus finanziellem Eigeninteresse dem Vorhaben "eine definitive Absage" erteilen. Die Deutsche Bahn wies die Vorwürfe zurück. Ein Konzernsprecher betonte: "Es handelt sich keinesfalls um eine Subvention, sondern um Ausgleichszahlungen für die Anerkennung von Nahverkehrstickets in IC-Zügen." Die Bahn hatte im März angesichts der wachsenden Konkurrenz von Fernbussen und Billigfliegern eine Offensive im Fernverkehr angekündigt.
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