Modellbahnbauer mit Umsatzrückgang
Märklin kommt nicht richtig in Fahrt

Nach oben geht es für Märklin (im Bild Chef Florian Sieber) noch nicht. Archivbild: dpa

Wie auf Schienen läuft es für den Modellbahnbauer Märklin auch im dritten Jahr nach der Übernahme durch Simba Dickie noch nicht. Trotz enttäuschender Umsätze hat der Firmenchef aber Hoffnung.

Göppingen/Fürth. Auch im dritten Jahr nach der Übernahme durch den fränkischen Spielwarenhersteller Simba Dickie kommt der Modellbahnbauer Märklin nicht richtig in Fahrt. "Insgesamt haben wir eine leicht rückläufige Umsatzentwicklung", sagte Märklin-Chef Florian Sieber in Fürth.

Auch wenn die ursprünglichen Wachstumsziele bis zum Ende des Geschäftsjahrs am 30. April mit rund 96 Millionen Euro Umsatz nicht erreicht werden würden, sei Märklin weiter profitabel, fügte der 30-Jährige hinzu. Investitionen sollten nun vor allem in neue Produktions-Technologien und ins Einsteigersegment fließen. So wolle Märklin junge Zielgruppen für das Hobby zu gewinnen. Die problematische Lage der gesamten Modelleisenbahnbranche zeige sich vor allem im Hauptmarkt Deutschland. Schwierigkeiten bereitet Märklin auch die große Menge an Second-Hand-Ware auf dem Markt der Modellbauer. Es käme sehr viel gebrauchte Ware auf den Markt, da viele ältere Eisenbahnen vererbt oder wieder verkauft würden, sagte Sieber.

Am Vortag hatte bereits die österreichische Modelleisenbahn-Gruppe, zu der auch der fränkische Modellbahn-Hersteller Fleischmann gehört, einen Umsatzrückgang bekanntgegeben. Die Geschäfte waren dort 2015 um rund drei Millionen Euro auf 47,5 Millionen Euro geschrumpft.

Trotz der Abwertung mehrerer wichtiger Währungen hat Simba Dickie 2015 einen Umsatzzuwachs erzielt. Mit einer Erlössteigerung um 2,3 Prozent auf 616 Millionen Euro sei man zufrieden, sagte Firmenchef Michael Sieber, der Vater des Märklin-Chefs, in Fürth. Zum Gewinn machte das Unternehmen keine Angaben. Nachdem der Umsatz 2014 um 4,5 Prozent gesunken war, habe man etwa durch die Trennung von einigen Geschäftssegmenten richtig reagiert. Allein in Russland seien die Erlöse aber weiter kräftig eingebrochen. Auch die Währungsabwertungen in der Türkei und Brasilien träfen das Familienunternehmen mit weltweit 2900 Mitarbeitern.

Hoffnung mache der Lizenzbereich, der die Branche immer stärker beeinflusst. "Die Spielwarenbranche verschmilzt immer mehr mit der Entertainmentsparte", prognostizierte Sieber. Derzeit sei man deshalb in Gesprächen, um die Produktion einer eigenen Zeichentrickserie auszuloten. Trotz der anhaltend angespannten Lage will Simba Dickie auch in diesem Jahr den Umsatz wieder um 2,3 Prozent steigern.
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