Moskau wirft Geldreserven auf den Markt

Angesichts der Rubel-Krise verkauft jetzt auch die russische Regierung ihre Währungsreserven auf den Markt. Das sagte ein Sprecher des Finanzministeriums der Agentur Interfax am Mittwoch in Moskau. Dafür könnten sieben Milliarden US-Dollar verwendet werden. Bereits zuvor hatte die russische Zentralbank Devisenreserven verkauft. "Die Regierung und die Zentralbank haben gemeinsam mit ernsthaften Schritten begonnen, diese Orgie auf dem Devisenmarkt anzuhalten", sagte Andrej Beloussow, Wirtschaftsberater von Präsident Wladimir Putin.

Der schwache Rubel schmälert auch die Einnahmen ausländischer Unternehmen, die dort Geschäfte machen: So hat Apple den Onlineverkauf seiner I-Phones und I-Pads in Russland gestoppt, um die Preise anzupassen.

Angesichts von Rubel-Verfall und sinkender Kaufkraft der Russen rechnet der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) mit drastischen Rückgängen bei deutschen Exporten nach Russland. Von der Krise sind zahlreiche deutsche Großkonzerne, aber auch der Mittelstand betroffen. Wie andere Unternehmen auch betonte der größte deutsche Energieversorger Eon aber, dass er trotz Einbußen durch den schwachen Rubel am Russland-Geschäft festhalten wolle.
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