Nach Pleite: Zeitplan für Flughafen wackelt

Helm ab: Der Zeitplan für den Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg (BER) in Schönefeld steht erneut auf der Kippe. Grund ist die Pleite einer der beteiligten Baufirmen. Bild: dpa

Einer der größten Gebäudetechnikausstatter ist zahlungsunfähig. 4000 Beschäftigte sehen große Fragezeichen vor ihrer Zukunft. Das gilt auch für ein krisengeplagtes Großprojekt am Berliner Stadtrand.

Die deutsche Tochter des niederländischen Gebäudeausstatters Imtech ist zahlungsunfähig und bringt damit auch das Projekt des neuen Hauptstadtflughafens in Schwierigkeiten. Der Insolvenzantrag wurde am Donnerstag in Hamburg eingereicht. Imtech hat in Deutschland nach eigenen Angaben rund 4000 Beschäftigte. Am Hauptstadtflughafen BER drohen damit neue Terminprobleme.

Der Vorsitzende des Berliner Untersuchungsausschusses zum Flughafen, Martin Delius (Piratenpartei), sagte: "Ich halte den Eröffnungstermin für stark gefährdet." "Imtech ist eine der wichtigsten Baufirmen für die BER-Baustelle", teilte Flughafenchef Karsten Mühlenfeld mit. Es sei klar, dass die Insolvenz Auswirkungen auf wichtige Schritte des Terminplans haben werde. Er sieht vor, dass der Flughafen im März 2016 baulich fertig ist. Ob die Eröffnung 2017 noch möglich ist, sollen Baufachleute und Juristen klären. Imtech ist bei dem mehrfach verzögerten Großprojekt für wichtige Elektro-, Sanitär- und Lüftungsarbeiten zuständig, das Unternehmen arbeitet auch an der Brandschutzanlage.

Die Firma Imtech mit Sitz in Hamburg ist seit mehr als 150 Jahren am Markt. Der Umsatz für Deutschland und Osteuropa betrug im vergangenen Jahr 860 Millionen Euro, der Verlust (Ebitda) 126 Millionen Euro. Seit 2013 steht der Konzern im Mittelpunkt einer Korruptionsaffäre. Der Insolvenzverwalter, der Hamburger Rechtsanwalt Peter-Alexander Borchardt, kündigte am Nachmittag an, alle Bauvorhaben sollten fortgeführt werden.
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