Navigator für Förderprogramme

Sie wollen Licht in das Dunkel von 2600 Förderprogrammen bringen: Harald Gollwitzer, Kreisvorsitzender der Mittelstandsunion, Kay-D. Brose von Brose-Wissensmanagement und Tobias Schieder von Vita Finanzservice (von links). Bild: Bühner

Wer kennt schon einen Subventionsberater? Dabei geht es bei Förderprogrammen oft um höhere Summen als bei der Steuerschuld. Die endlos vielen Richtlinien sind mindestens genauso unübersichtlich wie die Steuervorschriften. Doch dank moderner Informationstechnik öffnet sich jetzt ein Weg durch den Dschungel der Förderprogramme.

Altenstadt/WN. (sbü) "Es gibt 2600 verschiedene Richtlinien für Förderprogramme von EU, Bund und Bundesländern." Monatlich werden davon 60 bis 80 geändert. Der Subventionsberater Kay-D. Brose hat alles erfasst und eine Software entwickelt, die einem Antragsteller sämtliche für ihn passende Programme darstellt.

In einem Vortrag, zu dem der Kreisverband Neustadt/WN der Mittelstandsunion und Vorsitzender Harald Gollwitzer zusammen mit dem Vita Finanzservice eingeladen hatte, stellte Brose seine Software vor. "164 Milliarden Euro werden jährlich an Subventionen in Deutschland bewilligt", rechnet Vertriebsleiter Walter Kraus vom Vita Finanzservice vor. Vor allem die großen Unternehmen profitieren, weil sie über die besseren Berater verfügen. Doch auch dem kleineren Mittelständler kann jetzt mit einem Subventionsanalyse-System geholfen werden. Am Beispiel eines geplanten Investitionsvorhabens eines Mittelständlers führte Brose sein System vor. Zuerst werden in einem Fragekatalog alle Themenbereiche markiert, die von einer Investition berührt werden. Fast endlos viele Begriffe tauchen da auf. So unter anderem Anlagevermögen, Forschung und Entwicklung, Export, aber auch Energie, Umweltschutz, Fernwärme bis hin zum Tierschutz. Die Abfrage enthält auch alle wichtigen Angaben über den Investor selbst.

9000 Kontrollfragen

Im zweiten Schritt entwickelt dann das Programm einen gezielten Fragekatalog. Die Software nimmt auf alle in Betracht kommenden Subventionen im Hintergrund Bezug und stellt gezielte Kontrollfragen. "9000 mögliche Fragen sind im Programm, die passenden werden ausgewählt." Für das konkrete Investitionsbeispiel des Abends fragte das Programm unter anderem nach Konzernzugehörigkeit, Eigenbeteiligung oder Innovations-Charakter des Unternehmens.

Spannend für die Zuhörer wurde es, als Brose das Auswertungsergebnis des Beispielfalls präsentierte. Aus den 2600 verschiedenen Förderprogrammen warf die Software 39 Treffer aus. "Selbstverständlich sind die bekannten Programme wie ERP oder KfW dabei, aber viele andere - vor allem Zuschussmöglichkeiten - wären ohne die Software bestimmt unentdeckt geblieben," betonte der Referent. Brose hält seine Software ebenfalls für kommunale Antragsteller geeignet. Auch alle sozialpolitisch ausgerichteten Förderprogramme sind erfasst. Derzeit gibt es rund 100 Lizenznehmer für die Software, darunter die Vita Finanzservice aus Hof. Auf Nachfrage unserer Zeitung erfuhren wir die Kosten für die Lizenz: einmalig etwa 15 000 Euro und jeweils knapp 800 Euro für das monatliche Update.
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