Neuer BA-Regionalchef Makus Schmitz: mit Fortbildungen Zahl der Langzeitarbeitslosen senken
Zahl der Langzeitarbeitslosen deutlich senken

Der neue BA-Chef Markus Schmitz. (Bild: dpa)

Nürnberg. (dpa) Er ist erst seit wenigen Tagen Chef der bayerischen Arbeitsagenturen - in einem Punkt aber hat Markus Schmitz bereits eine klare Position: Auch in Bayern muss die Zahl der Langzeitarbeitslosen deutlich gesenkt werden. Dabei setzt der neue BA-Regionalchef auf Fortbildung.

Der neue Chef der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur, Markus Schmitz, hat sich neben der Deckung des Fachkräftebedarfs die spürbare Verringerung der Langzeitarbeitslosigkeit als Ziel auf die Fahnen geschrieben. «Ich sehe eine große Gefahr, dass man sich mit Langzeitarbeitslosigkeit abfindet. Ihre Verringerung muss weiterhin ein ambitioniertes Ziel bleiben», sagte Schmitz der Deutschen Presse-Agentur.

Derzeit gebe es in Bayern rund 65 000 Männer und Frauen, die länger als ein Jahr arbeitslos sind. Sein Ziel sei es, die Zahl in den kommenden Jahren deutlich zu unterschreiten. «Wir brauchen da einen Weckruf», unterstrich der 41 Jahre alte Sozialwissenschaftler, der am 1. Januar die Nachfolge des nach Brüssel gewechselten Ralf Holtzwart angetreten hat.

Gezielte Weiterbildung

Schmitz setzt dabei vor allem auf eine gezielte Weiterbildung von Langzeitarbeitslosen. So sollen jüngere Arbeitslose zwischen 25 und 35 Jahren noch einmal die Chance erhalten, eine Ausbildung zu absolvieren. Ein entsprechendes Förderprogramm hatte die Bundesagentur im Vorjahr auch mit Blick auf die wachsende Fachkräftenachfrage gestartet. Für Arbeitslose, die einen Helfer- oder Hilfsarbeiter-Job suchten, gebe es zu wenig Stellen. «Wir müssen uns in Bayern stärker darum bemühen, mehr Langzeitarbeitslose an den Wachstumsbranchen im Land teilhaben zu lassen», sagte Schmitz.

Arbeitsagenturen sollten darüber hinaus jene stärker in den Blick nehmen, die zwar noch eine Stelle haben, wegen ihrer geringen Qualifikation oder ihres fortgeschrittenen Alters aber häufiger als ihre gut ausgebildeten Kollegen ihre Stelle verlieren, sagte Schmitz. Im Blickpunkt des entsprechenden Förderprogramms (WeGebAU) stünden Beschäftigte in kleinen und mittleren Unternehmen.

Spezielles ESF-Bundesprogramm

Für Menschen, die besonders schwer auf dem regulären Arbeitsmarkt eine Stelle finden, setzte er auf ein spezielles ESF-Bundesprogramm, das die Bundesregierung im vergangenen Herbst aufgelegt hatte. Dabei sollen schwer vermittelbare Arbeitslose gezielt an Unternehmen vermittelt und von Coaches betreut werden. Dafür, dass die Arbeitslosen nicht gleich die volle Leistung bringen, sollen die Unternehmen einen finanziellen Ausgleich der Jobcenter erhalten. Bundesweit sollen damit 33 000 Langzeitarbeitslose gefördert werden.

«Das ist gerade für Bayern ein interessantes Programm», betonte Schmitz. «Wir haben in Bayern dafür gute Rahmenbedingungen.» Er erwarte, dass der Freistaat bei der Vergabe der ESF-Mittel entsprechend berücksichtigt werde. Viele bayerische Betriebe böten die Voraussetzungen dafür, die Männer und Frauen auch nach Ablauf des Programms weiter zu beschäftigen. «Untersuchungen haben klar gezeigt, dass Unternehmen mit Langzeitarbeitslosen oft positive Erfahrungen machen, wenn sie ihnen eine Chancen geben», sagte Schmitz.
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