Neuer Einigungsversuch der Metall-Tarifpartner in NRW
Warnstreiks zeigen erste Wirkung

Düsseldorf/Frankfurt. Nach massiven Warnstreiks mit mehr als 360 000 Teilnehmern wird im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie wieder miteinander gesprochen. Arbeitgeber und IG Metall setzen ihre festgefahrenen Verhandlungen für das Tarifgebiet Nordrhein-Westfalen bereits am Montag in Neuss fort, teilten beide Seiten am Freitag mit. Es ist bundesweit die erste offizielle Verhandlung, nachdem vor acht Tagen in sämtlichen Tarifgebieten die dritten Verhandlungsrunden ergebnislos beendet worden war.

Seitdem hat die IG Metall nach eigenen Angaben rund 1900 Betriebe mit Warnstreiks überzogen, die auch am Montag fortgesetzt werden sollen. Man werde den Druck aufrechterhalten, sagte NRW-Bezirkschef Knut Giesler laut Mitteilung und drohte mit einer Verschärfung des Arbeitskampfes. "Wer vor Pfingsten eine Lösung will, muss sich jetzt bewegen. Der Countdown für die 24-Stunden-Streiks läuft." Mit dieser neuen Streik-Form würden Betriebe nicht nur für wenige Stunden, sondern rund um die Uhr lahmgelegt. Auch für den Dienstag sind mehrere Warnstreiks angekündigt.

Noch sind die Tarifpartner in der deutschen Kernindustrie mit 3,8 Millionen Beschäftigten weit voneinander entfernt. Die Gewerkschaft verlangt fünf Prozent Lohnerhöhung innerhalb eines Jahres. Die Arbeitgeber haben auf die doppelte Laufzeit 2,1 Prozent sowie eine Einmalzahlung von 0,3 Prozent angeboten. Ob es am Montag zu einem Abschluss kommt, ist unsicher. Auch in anderen Gebieten sind vierte Runden vereinbart.
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