Neues Spitzenduo beim Wolfsburger Autobauer steht - Maßnahmenplan vorgelegt
Pötsch Oberaufseher bei VW

Mit Mutmaßungen oder vagen vorläufigen Sachständen ist aber niemanden gedient.
Mit dem neuen Führungstandem Hans Dieter Pötsch und Matthias Müller will Europas größter Autobauer Volkswagen in der weltweiten Abgas-Krise die Trendwende schaffen. Der 20-köpfige Aufsichtsrat wählte den Österreicher Pötsch am Mittwoch in Wolfsburg wie erwartet zu seinem neuen Vorsitzenden. Bereits in der vergangenen Woche hatte das Gremium den früheren Porsche-Chef Müller zum Konzernchef berufen. Pötschs bisherigen Posten als VW-Finanzchef übernimmt - ebenfalls wie erwartet - der bisherige Vorstandsvorsitzende der VW-Finanztochter, Frank Witter.

Der Autobauer legte dem Kraftfahrt-Bundesamt fristgerecht einen Zeit- und Maßnahmenplan vor, wie der Konzern den weltweiten Skandal um manipulierte Abgas-Werte bei Diesel-Fahrzeugen bewältigen will. Darin werde von einer Rückrufaktion gesprochen, sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) am Abend in Berlin. VW plant demnach für die von Manipulationen betroffenen 2-Liter-Autos eine Software-Lösung. Bei den 1,6-Liter-Motoren sei "mit großer Sicherheit" zusätzlich eine motortechnische Anpassung nötig. Die technische Lösung für die 1,6-Liter-Motoren sei nicht vor September 2016 zu erwarten. Davon seien in Europa 3,6 Millionen Fahrzeuge betroffen. Das Kraftfahrt-Bundesamt benötige nun einige Tage Zeit, um die Pläne zu prüfen. Es werde dann "eine unabhängige Entscheidung über die von Volkswagen umzusetzenden Maßnahmen treffen und diese gegenüber Volkswagen anordnen", so Dobrindt.

In Deutschland reichte derweil erstmals eine Kundin Klage ein. Das Landgericht Braunschweig bestätigte am Mittwoch den Eingang. Die Besitzerin eines Autos der "Blue Motion"-Reihe wolle den Wagen zurückgeben, weil sie sich in ihrer Erwartung, ökologisch unterwegs zu sein, enttäuscht sehe, teilten ihre Anwälte mit. Die von VW angekündigte Nachbesserung reiche nicht, um den Schaden zu beheben. In der vorigen Woche hatte ein Privatanleger aus Baden-Württemberg eine Schadenersatz-Klage bei dem Gericht eingereicht. Inzwischen sollen nach Angaben verschiedener Kanzleien weitere Sammelklagen von Aktionären auf den Weg gebracht worden seien.
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