Nicht alle Versicherungen sind für Reisende sinnvoll
Mit sicherem Gefühl in den Urlaub

Versicherungen geben Sicherheit, das besagt schon das Wort. Gerade in der schönsten Zeit des Jahres - im wohlverdienten Urlaub - soll nichts schieflaufen. Aber nicht jede Reiseversicherung ist sinnvoll, manche sind sogar komplett überflüssig. Ein Überblick über die gängigsten Policen und ihren Nutzen.

Auslandsreisekrankenversicherung: Sie ist nach Meinung von Experten unerlässlich. Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten anfallende Behandlungskosten nämlich nur, wenn der Urlauber in einem Land unterwegs ist, das zur EU gehört oder mit dem Deutschland ein Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen hat - und das auch nur bis zu einer bestimmten Höhe, erklärt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin. Die spezielle Reisepolice zahlt dagegen komplett und - ganz wichtig - auch den Rücktransport nach Deutschland, wenn dieser medizinisch notwendig ist. Die Auslandsreisekrankenversicherung wird am besten als Jahrespolice abgeschlossen, rät Bianca Boss vom Bund der Versicherten. Es gibt aber einen Unterschied zwischen den Policen: Es gibt Verträge für Reisezeiträume von sechs bis acht Wochen, die meist als Reisekrankenversicherungen vertrieben werden. Alternativ kann sie als zeitlich befristete Police mit einer bestimmten Anzahl von Reisetagen pro Jahr abgeschlossen werden.

Es gibt aber auch Verträge, die längere Reisezeiträume versichern. Sie werden meist als Auslandskrankenversicherungen vertrieben. Der Beitrag hänge von der Dauer der Reise, dem Reiseziel und dem Alter des Versicherten ab, sagt Boss.

Reiserücktrittskostenversicherung: Sie springt ein, wenn ernste Gründe gegen eine Reise sprechen. Dazu gehören ein schwerer Unfall oder eine unerwartet schwere Erkrankung des Versicherten oder eines nahen Angehörigen, ein Todesfall oder der Verlust des Arbeitsplatzes, erläutert der GDV. Die Versicherung kommt in diesen Fällen für die Stornogebühren auf, die bei der Absage einer Reise anfallen. Den Reiserücktritt sollten Urlauber versichern, wenn die Reise teuer ist oder wenn Kinder oder ältere Menschen dabei sind, rät Bianca Boss. Bei manchen Verträgen ist eine Reiseabbruchversicherung mit drin, diese wird aber auch separat angeboten. Sie zahlt, wenn der Urlauber etwa wegen eines schweren Unfalls die Reise vorzeitig beenden muss.

"Mallorca-Police": Diese spezielle Autoversicherung, die nicht nur auf der Balearen-Insel gilt, sollte jeder abschließen, der im Ausland ein Auto mietet. Denn die Deckungssummen der normalen Kfz-Haftpflicht im Ausland sind in der Regel sehr gering. Für die Mehrkosten bei einem Unfall haftet dann der Urlauber mit seinem eigenen Geld, warnt Jochen Oesterle vom ADAC. Die Mietwagenversicherung fürs Ausland sichert dagegen in der Regel Schäden in Millionenhöhe ab. Allerdings sollten Urlauber erst die reguläre Autoversicherung prüfen. Denn in einigen Policen sind Mietwagenversicherungen für das Ausland bereits enthalten.

Reisegepäckversicherung: Von dieser Versicherung rät Bianca Boss aus verschiedenen Gründen ab. "In dem Moment, da der Koffer in den Händen der Airline ist, muss sie für den eventuellen Verlust aufkommen." Und wenn ein Zimmer oder Ferienhaus aufgebrochen wird und das Gepäck gestohlen, zahlt die Hausratversicherung - "auf jeden Fall in Europa, bei neueren Verträgen weltweit". Wenn etwas abhandenkommt, muss der Urlauber außerdem nachweisen, dass er nicht grob fahrlässig gehandelt hat und was im Koffer war. Ehe die Versicherung dann für einen Schaden aufkommt, muss immer eine Anzeige vorliegen, die am Urlaubsort gemacht werden muss. "Das kann zur Folge haben, dass man das Flugzeug verpasst", sagt Boss.

Reise-Notrufversicherung oder Soforthilfe-Versicherung: Hier werden zahlreiche Serviceleistungen im Urlaubsland übernommen. "Oft sind die Leistungen dieser Versicherung bereits mit einer anderen abgedeckt", sagt aber Boss. Und auch das Hotel kann helfen, die Adresse der Deutschen Botschaft zu bekommen, wenn der Reisepass gestohlen wurde.

Was sollte man grundsätzlich beachten? Viele Versicherer bieten gerne Komplettpakete an. "Oft sind die Pakete teuer und unsinnig", sagt Boss. Sinnvoller sei, nur existenzielle Risiken abzusichern. Die reguläre Haftpflicht- sowie Unfallversicherung springt bei allen Eventualitäten ein, im Inland wie im Ausland. Wichtig ist aber, den Schaden direkt vom Urlaubsort aus der Versicherungsgesellschaft zu melden und nicht erst, wenn man wieder zu Hause ist.
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