Öffentliche Pokerrunde
Angemerkt

Das Gepolter und die Drohungen aus Athen sind Teil des politischen Theaters. Schon allein um ihren Wählern zu zeigen, dass sie hart kämpfen, muss die neue griechische Koalition auch nach der erfolgreichen Regierungsübernahme noch kräftig Wind machen. Zudem geht niemand in Verhandlungen, ohne seine Maximalforderung aufzustellen.

Doch trotz aller sozialrevolutionären Haltung dürfte auch der neue Ministerpräsident Alexis Tsipras erkennen, dass er an den Realitäten nicht vorbeikommt. Deshalb gibt er sich vor seinem Besuch in Brüssel zahm. Schließlich weiß er, dass er ohne Verbündete innerhalb der Euro-Zone nichts erreichen kann. Diese sucht er bei anderen linksgeführten Regierungen in Italien und in Frankreich.

___

E-Mail an den Autor:

alexander.pausch@derneuetag.de

Wirtschaftsnotizen

Schlupflöcher bei Bußgeldern

Kartellamtspräsident Andreas Mundt fordert schärfere Gesetze, damit Unternehmen sich nach Wettbewerbsverstößen nicht mehr um hohe Geldbußen herumdrücken können. Es gebe Regelungslücken, die dringend geschlossen werden müssten, sagte

Kartellamtspräsident Andreas Mundt. Bild: dpa
er der "Wirtschaftswoche". Seine Behörde prüfe einen Umbau der Zur-Mühlen-Gruppe, die Clemens Tönnies gehört. Laut dem Bericht könnte die Gruppe so die Zahlung einer Kartellbuße von 120 Millionen Euro umgehen. Die Gruppe hatte 2014 als Mitglied eines "Wurstkartells" eine Geldbuße auferlegt bekommen. Nach Überzeugung der Wettbewerbshüter hatte sie Preise vor allem für Wurstwaren abgesprochen. Die "Wirtschaftswoche" berichtet, die von der Kartellamtsentscheidung betroffenen Firmen seien aus dem Handelsregister gelöscht worden. (dpa)

BMW und Conti klagen

Der Autobauer BMW und der Zulieferer Continental haben sich der Milliardenklage der Deutschen Bahn wegen eines Luftfracht-Kartells angeschlossen. Sprecher beider Unternehmen bestätigten am Samstag eine Meldung der "Wirtschaftswoche". Darüber hinaus wollten sich die Sprecher mit Hinweis auf das laufende Verfahren nicht äußern. Hintergrund sind Preisabsprachen der Lufthansa und weiterer Fluggesellschaften bei Treibstoff- und Sicherheitszuschlägen für Frachtflüge, die bereits vor Jahren aufgeflogen waren. Die EU-Kommission hatte im November 2010 fast 800 Millionen Euro an Bußgeldern verhängt. Die Lufthansa selbst hatte die Verstöße gemeldet und wurde deswegen nicht zur Kasse gebeten. (dpa)
Weitere Beiträge zu den Themen: Koalition (5296)Februar 2015 (7876)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.