ÖPNV-Planung Tirschenreuth: Bessere Anbindung an Nürnberg
Zug längst abgefahren

Die Weichen für eine bessere Anbindung an den Großraum Nürnberg will der Landkreis neu stellen. Archivbild: Grüner

Tirschenreuth. (bz) Eine Fahrkarte für alle Verkehrsmittel - das ist der Vorteil, den der Verkehrsverbund Großraum Nürnberg bietet. Das ist gut für den Nutzer, schlecht für die Mitglieder. Sie müssen nämlich die Preisdifferenz ausgleichen. Wie hoch die Zahlungen für den Landkreis Tirschenreuth wären, darüber gibt es keine gesicherten Zahlen.

Vom Landkreis Kulmbach aber sind 560.000 Euro im ersten und 340.000 Euro im zweiten Jahr der Mitgliedschaft bekannt. "Eine Größenordnung, die für uns schwer zu finanzieren wäre", wie Peter Zimmert, am Landratsamt für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) verantwortlich, am Mittwoch dem Kreistag schilderte.

Der Sprecher machte deutlich, dass der Landkreis keinen Einfluss auf die Tarife der Bahn oder des VGN hat. "Wir können deshalb auch keine Maßnahmen beschließen, um die Belastung für Berufspendler zu reduzieren." Außerdem wäre das mit Blick auf jene problematisch, die nicht in den VGN-Bereich pendeln und den höheren Tarif zahlen müssten.

Spekulativ waren für den Verkehrsexperten auch Überlegungen, bei einem Beitritt des Landkreises könnten die jetzigen Tarifzonen einfach erweitert werden. Wobei: Ganz so schlecht sah der Sachbearbeiter die Anbindung eigentlich nicht, bei einem Stundentakt von Nürnberg nach Marktredwitz. Dort könnten die Fahrgäste dann in ein "Baxi" umsteigen, das sechsmal täglich verkehrt. Und mit einem Tagesticket des VGN für 17,50 Euro für immerhin fünf Personen sei das auch unter finanziellen Gesichtspunkten attraktiv. Allerdings müsste die Verkehrsgemeinschaft Tirschenreuth (VGT) erst noch beschließen, das Tagesticket anzuerkennen.

Auslastung der Bahnhöfe zentral für ÖPNV-Planung

Und dann gibt es ja noch die Buslinie, die der Markt Neualbenreuth mit einem Reisebüro und einigen weiteren Gemeinden ins Leben gerufen hat. Montags und donnerstags geht es von Nürnberg über Amberg nach Tirschenreuth und Bärnau, für 16 Euro hin und zurück. Während der Gartenschau gut ausgelastet, tendiert die Nachfrage mittlerweile gegen Null. Das gilt auch für die günstigen Tagesfahrten nach Waldsassen und Sibyllenbad. Das Angebot müsste über die touristische Schiene in Nürnberg publik gemacht werden.

Die Auslastung der Bahnhöfe im Landkreis sah Zimmert als zentrales Thema der ÖPNV-Planung. Vor allem bei der Einführung des Baxi-System habe man darauf geachtet, möglichst viele Zuganschlüsse zu bedienen. Barrierefreie Bahnhöfe waren für den Sprecher besonders wichtige Kriterien, wobei die politische Ebene mit anschieben müsste. Derzeit gebe es im Landkreis nur Pechbrunn barrierefrei, Reuth soll folgen. Bürgermeister Toni Dutz sah die Gemeinde Wiesau nahezu gezwungen, beim örtlichen Bahnhof selbst aktiv zu werden. Allerdings seien Aufzug und Rampe teure Lösungen. Peter König (SPD) aus Neusorg forderte, nicht nur mit dem VGN, sondern auch mit der Deutschen Bahn (DB) mögliche Kooperationen auszuloten.
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