Österreichische TWG sieht "enormes Potenzial" in der früheren Firma Klug - Bekenntnis zum ...
Ein Jahr nach Insolvenz: Zeichen auf Wachstum

Ralf Klausnitzer und Peter Ehrenhuber (von links) leiten als Geschäftsführer die TGW Software Services in Teunz. Rechts Interims-Geschäftsführer Harald Schröpf, der als Verantwortlicher wieder an den TGW-Stammsitz in Wels zurückkehrte. Bild: Götz
Teunz. Der Schock saß tief: Vor einem Jahr ging die Firma Klug Integrierte Systeme in Teunz (Kreis Schwandorf) in die Insolvenz. Die österreichische TGW Logistics Group mit Sitz in Wels übernahm im Juli 2014 das Oberpfälzer Vorzeigeunternehmen. Die frühere Firma Klug heißt heute TGW Software Services, eingebunden in einen weltweit aktiven Konzern. Das Geschäftsmodell änderte sich: hin zum Service-Provider, zu (projektbezogenen) Steuerungs-Dienstleistungen und Internationalisierung. Das Geschäft brummt offenbar. "Der Bedarf ist größer, als der Standort Teunz liefern kann", freut sich TGW-Geschäftsführer Harald Schröpf über ein "deutlich positiveres Ergebnis", als bei der Übernahme erwartet.

Trotz Anlaufverlusten in Millionenhöhe ("siebenstellig, nicht ganz niedrig") erwartet Schröpf, dass 2015/2016 eine "schwarze Null" erreicht wird. Der gebürtige Weidener (50) leitete sechs Monate lang die Integration. Die operative Verantwortung liegt nun in Händen des Vohenstraußers Ralf Klausnitzer (53) für den kaufmännischen Bereich und die 100 Stammkunden sowie des Österreichers Peter Ehrenhuber (37) für Projektrealisierung und Vertrieb. Ehrenhuber zog mit seiner Familie von Oberösterreich in die Oberpfalz.

Nach dem "Sprint" bei der Übernahme sieht sich Klausnitzer - seit 2007 bei Klug bereits Commercial Director - jetzt in einem "Marathon, das Unternehmen ausdauernd und nachhaltig auf den Wachstumspfad zu führen". Ehrenhuber knüpft an Teunz hohe Erwartungen auf "gewaltiges Wachstum und enormes Potenzial": "Wenn es die Kapazitäten erlauben würden, könnten wir noch mehr Projekte bewältigen." Die Zahl von 310 Beschäftigten bei der Übernahme reduzierte sich durch die "große Verunsicherung" bei der Insolvenz auf 250, darunter 50 Auszubildende. Inzwischen habe sich die Personallage stabilisiert. Klausnitzer: "Wir verzeichnen wieder Rückkehrer und Neueinstellungen." Der Fachkräftemangel mit der Suche nach qualifiziertem Personal ist akut.

Auch wenn die österreichische "Mutter" ihre Oberpfälzer "Tochter" nicht als "Satelliten" betrachtet: "Der operative Gewinn muss stimmen", sagt Harald Schröpf, der die Herausforderungen u. a. in Effizienz-Steigerungen sieht. Als hilfreich erwies sich bei der Übernahme, dass sich viele Mitarbeiter durch jahrzehntelange Geschäftsbeziehungen kannten. Schröpf steht klar zum Standort Teunz ("TGW ist keine Heuschrecke"); in Regensburg entstand eine Außenstelle mit 20 Arbeitsplätzen.

TGW Software Services liefert für fünf Millionen Euro die IT für ein riesiges Distributionszentrum für Auto-Ersatzteile in England, rüstet für Adidas ein neues Logistikzentrum für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro auf und ist in Deutschland an diversen Logistikzentren dran.
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