Piloten-Streik: Flüge fallen aus

Heute ist es wieder so weit: Piloten der Lufthansa wollen heute Langstreckenflüge bestreiken. Bild: dpa

Flugreisende müssen sich heute und morgen auf Turbulenzen einstellen. Die Piloten haben zum wiederholten Mal einen Streik bei der Lufthansa angekündigt.

Passagiere der Lufthansa müssen sich wieder auf Flugausfälle und Verspätungen einrichten, weil die Piloten streiken. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat ihre Mitglieder aufgerufen, heute von 8 Uhr bis Mitternacht die Arbeit niederzulegen. Ziel des Streiks sind die Langstrecken-Flüge aus Deutschland sowie Frachtflüge. Am Mittwoch sind dann Kurz- und Mittelstreckenflüge dran, wie die Gewerkschaft am Montagabend mitteilte. VC hatte die Gespräche mit der Lufthansa erneut für gescheitert erklärt. Laut Lufthansa sollten 90 der für heute 174 geplanten Langstreckenflüge stattfinden. Es habe sich eine "vergleichsweise hohe Zahl" freiwilliger Cockpit-Besatzungen zu Dienst gemeldet, teilte die Lufthansa mit.

Es ist der 13. Streik in dem Tarifkonflikt um die Gehälter und die Übergangsversorgung der rund 5400 Piloten von Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings. Die bisherigen Streikrunden haben dem Unternehmen nach dessen Angaben mehr als 300 Millionen Euro Schaden zugefügt.

Was Kunden und Passagiere jetzt wissen müssen:

Einschränkungen: Die Lufthansa will nach eigener Aussage möglichst viele Passagiere ans Ziel bringen. Es werde entgegen der Cockpit-Ankündigung ein Großteil der Flüge stattfinden, erklärte ein Konzernsprecher. Dazu wurde ein Sonderflugplan veröffentlicht. Außerdem sollten so viele Passagiere wie möglich auf andere Fluggesellschaften umgebucht werden, um sie doch noch ans Ziel zu bringen. Die Mehrkosten dafür trägt Lufthansa. Weitere Informationen sowie den Sonderflugplan gibt es im Internet. Informationen gibt es auch unter Telefon 069/867 997 99.

Trotz Streik ans Ziel: Die Fluggesellschaft oder der Veranstalter hat grundsätzlich die Verpflichtung, so schnell wie möglich eine Ersatzbeförderung zu organisieren. Sprich: Sie müssen ihre Passagiere schnellstmöglich ans gewünschte Ziel bringen. Verschiebt sich der Flug durch den Streik nur um wenige Stunden, kann es reichen, zu warten, bis der Flugbetrieb wieder aufgenommen wird. Dauert es länger, müssen die Airline und die Reiseveranstalter die Kunden zum Beispiel mit der Bahn oder Bussen zum geplanten Ziel transportieren - sofern das möglich ist - oder auf andere Flüge umbuchen. Ab der fünften Verspätungsstunde hat der Fluggast das Recht, sein Flugticket zurückzugeben und sich die Kosten erstatten zu lassen. Damit ist die Airline jedoch aus allen Pflichten entlassen.

Die Lufthansa bietet Umbuchungen sowohl auf andere Airlines als auch auf andere Flugtermine an - diese sind sowohl online als auch telefonisch oder am Flughafen möglich. Bedingungen für die Umbuchung: Das Ticket für einen Flug am 8. September muss vor dem 7. September 2015 ausgestellt worden sein, und das neue Reisedatum muss am oder vor dem 8. Dezember 2015 liegen. Außerdem dürfen sich Abflugs- und Ankunftsort gegenüber dem ursprünglichen Ticket nicht ändern.

Gestrandet am Flughafen: Der Veranstalter oder die Fluggesellschaft muss gestrandete Kunden betreuen. Die Leistungen gemäß der EU-Fluggastrechteverordnung sind unabhängig davon, ob das Unternehmen für die Verspätungen oder Ausfälle von Flügen verantwortlich ist. Passagiere haben Anspruch auf Essen und Getränke, meist erhalten sie dafür Gutscheine. Verschiebt sich der Flug auf einen anderen Tag, muss die Airline oder der Veranstalter die Übernachtung in einem Hotel übernehmen.

Entschädigung: Reisenden steht bei einem Flugausfall oder massiven Verspätungen laut der EU-Fluggastrechteverordnung eine Ausgleichszahlung zu. Das gilt jedoch nach derzeitiger Rechtsprechung nicht, wenn höhere Gewalt vorliegt. Das ist laut Bundesgerichtshof bei Streiks der Fall. Eine Ausnahme: Der Passagier kann nachweisen, die Fluggesellschaft habe nicht alles getan, um die Streikfolgen abzumildern.

Pauschalreise: Bei einer Pauschalreise ist die Rechtslage anders. Hier stellt sich nur die Frage, ob der Veranstalter seine Leistungspflichten erfüllt hat. Die Gründe, warum dagegen verstoßen wird, spielen keine Rolle. Sitzen Reisende zum Beispiel zwei Tage am Flughafen fest, statt am Strand zu liegen, können sie den Reisepreis entsprechend mindern. Handelt es sich um eine Kurzreise, können sie von der Reise kostenlos zurücktreten und den Reisepreis zurückfordern. Schadenersatz wegen vertaner Urlaubszeit gibt es nicht.

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Weitere Informationen und Sonderflugplan:

http://www.lufthansa.com/de/de/Fluginformationen
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